Uetliberg – Anwohnerin verärgert – «es werden über hundertjährige Rottannen gefällt»
Publiziert

UetlibergAnwohnerin verärgert – «es werden über hundertjährige Rottannen gefällt»

Am Uetliberg werden zurzeit Bäume gefällt. Für Anwohnerin Annette Monreal unverständlich.

von
Alina Müller
1 / 5
 «Ich lebe sehr gerne auf dem Grat. Vor allem die Ruhe und die naturbelassene Umgebung haben mich dazu bewogen, hierher zu ziehen», erzählt Annette Monreal. 

«Ich lebe sehr gerne auf dem Grat. Vor allem die Ruhe und die naturbelassene Umgebung haben mich dazu bewogen, hierher zu ziehen», erzählt Annette Monreal.

20min/amu
Die aktuellen Fällarbeiten auf dem Uetliberg sieht sie aber kritisch. 

Die aktuellen Fällarbeiten auf dem Uetliberg sieht sie aber kritisch.

20min/amu
«Angesichts des letzten Jahres, als es wirklich viele Sturm- und Schneeschäden gab, ist es für mich unverständlich, weshalb die Forstwirtschaft jetzt weitermacht wie vorher», sagt die 51-jährige Umweltspezialistin. 

«Angesichts des letzten Jahres, als es wirklich viele Sturm- und Schneeschäden gab, ist es für mich unverständlich, weshalb die Forstwirtschaft jetzt weitermacht wie vorher», sagt die 51-jährige Umweltspezialistin.

20min/amu

Darum gehts

  • Auf dem Uetliberg finden aktuell Baumfällungen statt.

  • Anwohnerin Annette Monreal sieht das kritisch.

  • Sie wünscht sich, dass die Behörden den Wald auf dem Uetliberg nicht nur als Wirtschaftswald betrachten.

Annette Monreal wohnt seit 2018 auf dem Uetliberg. «Ich lebe sehr gerne auf dem Grat. Vor allem die Ruhe und die naturbelassene Umgebung haben mich dazu bewogen, hierher zu ziehen», erzählt die 51-jährige Umweltspezialistin.

Die aktuellen Fällarbeiten auf dem Uetliberg sieht sie aber kritisch: «Angesichts des letzten Jahres, als es wirklich viele Sturm- und Schneeschäden gab, ist es für mich unverständlich, weshalb die Forstwirtschaft jetzt weitermacht wie vorher.» Gerade nach einem solchen Jahr sollte man das weitere Vorgehen überdenken und vorerst keine weiteren Bäume fällen. Besonders betroffen macht sie: «Anfang bis Mitte Januar sollen über hundertjährige Rottannen gefällt werden.»

«Die Leute kommen hierher, um die Natur zu geniessen»

Wie Monreal erzählt, zieht es vor allem seit Corona viel mehr Leute auf den Uetliberg. «Die Spaziergänger und Mountainbiker kommen hierher, um die Natur zu geniessen und das Naturbelassene sowie Urwüchsige des Waldes zu sehen.» Es sei doch schade, wenn dann zunehmend Baumstümpfe den Wegrand säumen und Holzstapel bis zu einem Jahr herumliegen.

Ihr Wunsch: Man solle sich den Wald unter den Einflüssen des Klimawandels und seinem Erholungswert genauer ansehen. «Die Behörden und die Forstwirtschaft sollten den Wald auf dem Uetliberg nicht nur als Wirtschaftswald und eine Quelle für Energie- und Bauholz betrachten.»

«Das anfallende Holz wird der bestmöglichen Nutzung zugeführt»

Laut der Zürcher Baudirektion handelt es sich um eine ordentlich geplante Holznutzung. «Die Wälder werden im Turnus von fünf bis sieben Jahren gepflegt. Dies basiert auf Nachhaltigkeitskriterien, sprich, es wird auf einer Fläche so viel genutzt wie in den letzten Jahren nachgewachsen ist», sagt Sprecherin Isabelle Rüegg.

Dabei werden Staatswälder, darunter fallen Wälder, die dem Kanton gehören, nach dem naturnahen und schonenden Dauerwaldprinzip bewirtschaftet und Räumungen sowie Kahlschläge auf ein Minimum reduziert. Stattdessen werden nur «erntereife», kranke oder beschädigte Bäume oder solche, welche die Sicherheit gefährden, gefällt.

Laut Rüegg werden die gefällten Bäume verwertet. «Das anfallende Holz wird der bestmöglichen Nutzung zugeführt.» So werden die besten Stämme zu Furnierholz verarbeitet. Andere hochwertige Stämme werden zu Bauholz. Das weniger wertvolle Holz werde als Energieholz verwendet.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

78 Kommentare