Reporter ohne Grenzen: Anzeige gegen Saudi-Kronprinz bin Salman erstattet
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Reporter ohne GrenzenAnzeige gegen Saudi-Kronprinz bin Salman erstattet

Ungemach für den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman: Die NGO Reporter ohne Grenzen hat vor dem obersten Gericht Deutschlands Anzeige gegen den 35-Jährigen erstattet. Der Vorwurf lautet auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

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Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman soll laut einem US-Geheimdienstbericht persönlich die Ermordung des Journalisten Jamal Kashoggi angeordnet haben.

Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman soll laut einem US-Geheimdienstbericht persönlich die Ermordung des Journalisten Jamal Kashoggi angeordnet haben.

AFP
Der Regimekritiker Khashoggi wurde am 2. Oktober im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul gefoltert, ermordet und zerstückelt.

Der Regimekritiker Khashoggi wurde am 2. Oktober im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul gefoltert, ermordet und zerstückelt.

AFP
Mohammed bin Salman beim E-Grad Prix in Riad am 27. Februar.

Mohammed bin Salman beim E-Grad Prix in Riad am 27. Februar.

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Darum gehts

  • Das NGO Reporter ohne Grenzen hat Strafanzeige gegen den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman erstattet.

  • Ein Geheimdienstbericht soll beweisen, dass bin Salman direkt die Ermordung von Regimekritiker Jamal Khashoggi angeordnet hat.

  • Dem Königreich wird vorgeworfen, auch andere kritische Journalisten zu verfolgen.

Im Zusammenhang mit dem Mordfall Khashoggi hat Reporter ohne Grenzen (RSF) beim Generalbundesanwalt Strafanzeige gegen den saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erstattet. Auch weiteren hochrangigen Vertretern des Königshauses werde die systematische Verfolgung von Medienschaffenden durch Saudi-Arabien vorgeworfen, gab die Journalistenorganisation am Dienstag bekannt. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe bestätigte der Nachrichtenagentur AFP den Eingang der Strafanzeige.

Der Journalist Jamal Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul von einem 15-köpfigen Geheimdienstkommando umgebracht worden. Seine Leiche wurde zerstückelt. Der saudiarabische Journalist lebte damals im Exil in den USA und schrieb dort für die «Washington Post».

Bin Salman soll Tötung angeordnet haben

Riad hatte die Ermordung Khashoggis zunächst bestritten. Später wurden bei einem undurchsichtigen Prozess in Saudi-Arabien fünf saudiarabische Staatsbürger zum Tode und drei weitere zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die Todesstrafen wurden später in Haftstrafen umgewandelt.

Am Freitag veröffentlichten die USA einen Geheimdienstbericht, in denen der mächtige Thronfolger Mohammed bin Salman für die Ermordung Khashoggis direkt verantwortlich gemacht wird. Bin Salman habe den Einsatz zur Ergreifung oder Tötung des Regierungskritikers «genehmigt», hiess es im Bericht. In der Folge kündigten die USA Sanktionen gegen dutzende saudiarabische Staatsbürger und eine saudiarabische Eliteeinheit an, die dem Kronprinzen als Leibgarde dient.

(AFP)

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