Schmierereien und Gummischrot: Anzeigen gegen 147 Teilnehmer der Afrin-Demo

Aktualisiert

Schmierereien und GummischrotAnzeigen gegen 147 Teilnehmer der Afrin-Demo

Mehrere hundert Demonstranten hatten im April dieses Jahres für die Kurden in syrischen Afrin demonstriert. Der unbewilligte Umzug gipfelte in Sachbeschädigungen. Nun hagelt es Anzeigen.

von
bho
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Insgesamt 147 Kundgebungsteilnehmer bekommen eine Anzeige. Das teilten die regionale Staatsanwaltschaft und die Berner Kantonspolizei am Dienstag, 13. November 2018 nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen mit. Zusätzlich seien 23 Anzeigen gegen Unbekannt eingereicht worden.

Insgesamt 147 Kundgebungsteilnehmer bekommen eine Anzeige. Das teilten die regionale Staatsanwaltschaft und die Berner Kantonspolizei am Dienstag, 13. November 2018 nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen mit. Zusätzlich seien 23 Anzeigen gegen Unbekannt eingereicht worden.

Keystone/Peter Klaunzer
In der Berner Innenstadt gingen im April 2018 hunderte Leute auf die Strasse. Sie wollten ihre Solidarität mit der damals umkämpften syrischen Kurden-Region Afrin bekunden. Aufgrund der unbewilligten Demo war der ÖV lahmgelegt.

In der Berner Innenstadt gingen im April 2018 hunderte Leute auf die Strasse. Sie wollten ihre Solidarität mit der damals umkämpften syrischen Kurden-Region Afrin bekunden. Aufgrund der unbewilligten Demo war der ÖV lahmgelegt.

Leser-Reporter
Einzelne Teilnehmer randalierten dabei.

Einzelne Teilnehmer randalierten dabei.

Leser-Reporter

Die unbewilligte Syrien-Kundgebung von vergangenen April in Bern führt zu insgesamt 147 Anzeigen der Polizei gegen Demo-Teilnehmer. Das teilten die regionale Staatsanwaltschaft und die Berner Kantonspolizei am Dienstag nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen mit.

126 Anzeigen richten sich gegen Erwachsene, 21 gehen an die Jugendanwaltschaft. 145-mal sieht die Polizei den Straftatbestand des Landfriedensbruchs sowie des Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung erfüllt. Weitere Vorwürfe lauten unter anderem auf Hinderung einer Amtshandlung, vollendete oder versuchte Sachbeschädigung, Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz, Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie Verstoss gegen das Vermummungsverbot.

Vermummte versprayten Fassaden

Am 7. April dieses Jahres zogen mehrere hundert Demonstranten durch die Berner Innenstadt, um ihre Solidarität mit der damals umkämpften syrischen Kurden-Region Afrin zu bekunden. Die Polizei tolerierte anfänglich die unbewilligte Kundgebung und rief dazu auf, Sachbeschädigungen zu unterlassen.

Als Vermummte aber da und dort Fassaden versprayten, stoppte die Polizei – teilweise mit Hilfe von Gummischrot – den Kundgebungszug und kesselte die Demonstranten beim Bahnhof ein.

23 Anzeigen gegen Unbekannt

Auch nach der Aufforderung, die Kundgebung zu verlassen, blieben 239 Teilnehmer vor Ort und wurden in der Folge für Personenkontrollen in Polizeiräumlichkeiten gebracht. Nebst den 147 Anzeigen gegen identifizierte Kundgebungsteilnehmer hat die Berner Kantonspolizei auch 23 Anzeigen gegen Unbekannt eingereicht.

Aufgerufen zur unbewilligten Kundgebung hatten linksautonome Kreise. (bho/sda)

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