Aktualisiert 22.04.2014 14:28

La Palud (I)Aosta-Tal fürchtet sich vor riesigem Erdrutsch

Auf der italienischen Seite des Mont Blanc sind rund 400'000 Kubikmeter Geröll in Bewegung. Der Mont-Blanc-Tunnel musste bereits für zwei Stunden gesperrt werden.

20'000 Kubikmeter Felsgestein rutschten Montagnacht bereits vom Monte di La Saxe, weitere rund 400'000 Kubikmeter Geröll und Erde sind den Messungen zufolge ständig millimeterweise in Bewegung. Etwa 80 Menschen der Ortschaft La Palud waren aus diesem Grund bereits am 8. April in Sicherheit gebracht worden. Auch der Mont-Blanc-Tunnel zwischen Frankreich und Italien, dessen Ausfahrt in der Nähe liegt, musste bereits gesperrt werden.

Mauer soll Erdmassen stoppen

Weil sich das Felsgestein samt Bäumen und Gebüsch mit wechselnder Geschwindigkeit auf das Tal zubewegt, planen italienische Techniker den Bau einer 9 bis 11 Meter hohen und 750 Meter langen Mauer, um den Bergrutsch eindämmen zu können. Die Errichtung des Schutzwalls dürfte jedoch einige Monate dauern.

Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli überflog am Dienstag zum Baubeginn mit Spezialisten das gefährdete Gebiet. Er nannte die anstehenden Arbeiten zum Schutz der Ortschaft ein Beispiel für guten Zivilschutz, weil präventiv gehandelt und nicht wie sonst meist abgewartet werde. Ein Bergrutsch könnte dort 150 Gebäude bedrohen.

«Mit dem Frühjahr und der Schneeschmelze sind weitere Abgänge zu erwarten», sagte der Geologe Davide Bertolo dem «Corriere della Sera». Dann dringe noch mehr Wasser in den Berg und schaffe Druck. (sda)

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