Ermittlungen laufen – Vier Personen wegen Handels mit gefälschten Covid-Zertifikaten festgenommen
Aktualisiert

Ermittlungen laufenVier Personen wegen Handels mit gefälschten Covid-Zertifikaten festgenommen

Wie Ermittlungen der Kantonspolizei Waadt zeigen, haben diverse Angestellte von Gesundheitsberufen ihren Angehörigen gefälschte Zertifikate ausgestellt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft deckten zudem ein Netzwerk auf, das in einem Genfer Impfzentrum operierte.

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Im Kanton Waadt sind nach ersten Erkenntnissen rund 100 Zertifikate gefälscht worden. 

Im Kanton Waadt sind nach ersten Erkenntnissen rund 100 Zertifikate gefälscht worden.

20min/Celia Nogler
Die Sicherheitspolizei des Kanton Waadt führt die Ermittlungen durch, um die Verantwortlichen und das Ausmass der falsch ausgestellten Zertifikate zu ermitteln.

Die Sicherheitspolizei des Kanton Waadt führt die Ermittlungen durch, um die Verantwortlichen und das Ausmass der falsch ausgestellten Zertifikate zu ermitteln.

police cantonale vaudoise
In Genf soll ein Netzwerk in einem Genfer Impfzentrum operiert haben. (Symbolbild)

In Genf soll ein Netzwerk in einem Genfer Impfzentrum operiert haben. (Symbolbild)

20min/Vanessa Lam

Darum gehts

  • In den letzten Wochen sind mehrere Fälle von gefälschten Covid-Zertifikaten bekannt geworden.

  • Die Waadtländer Polizei schätzt, dass etwa 100 falsche Zertifikate ausgestellt worden sind.

  • In Genf kam es am Freitag zu vier Festnahmen. Dort spricht man von 200 gefälschten Zertifikaten.

In den letzten Wochen sind im Kanton Waadt mehrere Fälle von gefälschten Covid-Zertifikaten bekannt geworden. Angestellte von Apotheken haben für Bekannte und Angehörige Zertifikate ausgestellt, manchmal gegen Bezahlung, ohne dass die Bekannten oder Angehörigen vorher getestet oder geimpft wurden. Die Polizei schätzt, dass etwa 100 falsche Zertifikate ausgestellt worden sind, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt.

Die Anfertigung und Verwendung solcher Fälschungen zieht ein Strafverfahren wegen Urkunden- und/oder Zeugnisfälschung nach sich, das von der Staatsanwaltschaft geführt wird. Diese Verstösse, die die öffentliche Gesundheit ernsthaft schädigen können, werden mit Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet.

Die Sicherheitspolizei des Kantons Waadt führt die Ermittlungen durch, um die Verantwortlichen und das Ausmass der falsch ausgestellten Zertifikate zu ermitteln.

In Genf könnten 200 gefälschte Zertifikate ausgestellt worden sein

Die Genfer Staatsanwaltschaft gab am Freitag zudem bekannt, dass sie im Zusammenhang mit ihren Ermittlungen zu gefälschten Covid-Zertifikaten vier Personen festgenommen hat. Staatsanwalt Olivier Jornot erklärte laut «Tribune de Genève», die Ermittlungen hätten ein Netzwerk aufgedeckt, das in einem Genfer Impfzentrum operierte. Es wird vermutet, dass das Netzwerk aus Mitgliedern des Genfer Zivilschutzes bestand, die mit Anwerbern zusammenarbeiteten, die die Aufgabe hatten, Kunden zu finden, denen diese Zertifikate für 400 Franken verkauft werden konnten. Dieses Netzwerk habe wahrscheinlich knapp 200 Zertifikate ausgestellt.

Laut Jornot bleiben die gefälschten Zertifikate voll funktionsfähig: «Das System erlaubt es aufgrund des Datenschutzes nicht, sie zu identifizieren. Es ist unmöglich, einen gefälschten QR-Code von einem echten zu unterscheiden. Da es aber keine Datenbank mit geimpften Personen gibt, können sich diejenigen, die einen gefälschten Test haben, einfach impfen lassen, ohne dass jemand sieht, dass sie bereits ein gefälschtes Zertifikat hatten.» Trotzdem zeigt sich der Staatsanwalt zuversichtlich, die Personen identifizieren zu können.

Der Genfer Fall unterscheide sich vom Fall der Waadtländer Apotheken. «Es handelte sich um Gefälligkeitsbescheinigungen für Bekannte», sagte Jornot. Die beiden Betrugsfälle stünden in keinem Zusammenhang.

Die vier festgenommenen Personen sind nun wegen Fälschung und Korruption angeklagt. Sie befänden sich in Polizeigewahrsam. Die Staatsanwaltschaft wird nach der Anhörung der Beschuldigten entscheiden, ob sie U-Haft beantragen wird. Auch den Käufern und Käuferinnen der gefälschten Zertifikate droht eine strafrechtliche Verfolgung.

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(fos/job)

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