Andrang vor Ostern: Apotheken wollen Arbeitslose für Corona-Tests einstellen
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Andrang vor OsternApotheken wollen Arbeitslose für Corona-Tests einstellen

Vor Ostern gibt es kaum noch Termine für Corona-Schnelltests. Denn gewissen Apotheken fehlt das Personal. Jetzt sollen etwa arbeitslose Gastromitarbeiter beim Testen helfen. Doch der Kantönligeist sorgt für Wirrwarr.

von
Barbara Scherer
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Vor dem Familienfest an Ostern gehen viele Schweizerinnen und Schweizer zum Schnelltest in die Apotheke.

Vor dem Familienfest an Ostern gehen viele Schweizerinnen und Schweizer zum Schnelltest in die Apotheke.

20min/Michael Scherrer
Vielerorts sind die Termine darum ausgebucht.

Vielerorts sind die Termine darum ausgebucht.

20min/Taddeo Cerletti
Laut Rigi Apotheke und Drogerie fehlt es auch an Personal.

Laut Rigi Apotheke und Drogerie fehlt es auch an Personal.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Termine für Corona-Schnelltest sind vor Ostern vielerorts ausgebucht.

  • Es fehlt das Personal in den Apotheken.

  • Eine Zürcher Apotheke würde darum gerne Menschen ohne Beschäftigung fürs Testen einstellen.

  • Doch das ist nicht erlaubt.

Vor dem Osterwochenende wollen viele einen Corona-Schnelltest machen. Doch in den meisten Apotheken gibt es erst nach Ostern wieder freie Test-Termine. So auch bei der Rigi Apotheke und Drogerie. «Es fehlt an Personal», sagt Apotheker Manuel Schellenbaum.

Aufgrund des Personal-Notstands würde er am liebsten Menschen ohne Beschäftigung fürs Testen einstellen. «Etwa Gastroangestellte, die derzeit wegen der Pandemie keine Arbeit haben». Diese könnten laut Schellenbaum auf Stundenlohnbasis beschäftigt werden. Mit mehr Personal könnten nämlich auch mehr Personen getestet werden. Das würde auch der Test-Offensive des Bundes entsprechen.

Doch Arbeitslose ohne medizinisches Fachwissen darf die Apotheke nicht einfach einstellen. Denn im Kanton Zürich dürfen nur Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen Corona-Tests in Apotheken durchführen, wie die Zürcher Gesundheitsdirektion bestätigt.

Jeder Kanton bestimmt selbst

Nur geschultes Personal darf Corona-Tests durchführen, wie das BAG gegenüber 20 Minuten bestätigt. Ob es für die Schulung einen medizinische Vorausbildung braucht, sei jedoch den Kantonen überlassen: Sie bestimmen, welche Vorschriften Apotheken für Schnelltests erfüllen müssen.

So dürfen Apotheken im Kanton Bern schon länger freiwillige Helfer rekrutieren für Schnelltests. «Uns sind jedoch konkret keine Fälle bekannt. Diese müssten eine kurze Ausbildung absolvieren, dann könnten sie – je nach Begabung – Abstriche machen oder bei den Auswertungen helfen», erklärt Gundekar Giebel, Kommunikationsleiter der Berner Gesundheitsdirektion.

Genauso sei auch das Testzentrum Belp entstanden. In Zusammenarbeit mit den Organisatoren des Gurten-Festivals wurden einige hundert Helfer rekrutiert. Diese mussten eine kurze, medizinisch begleitete Ausbildung absolvieren und arbeiteten dann auf Stundenlohnbasis im Corona-Schnelltest-Zentrum mit.

Abstrich könnte sogar ein Roboter machen

Dass die Vorschriften für Apotheken bezüglich der Durchführung von Schnelltests den Kantonen überlassen ist, findet Gesundheitsexperte Felix Schneuwly von Comparis keine gute Idee: «In der aktuellen Lage muss es schnell gehen, da sollte der Bund die Rahmenbedingungen vorgeben.»

Allgemein sei es übertrieben, dass für diese Tätigkeit ein Zertifikat verlangt wird. «Einen Abstrich könnte wohl sogar ein Roboter machen.» Daher sei es sinnvoll und richtig, wenn branchenfremde Personen für Corona-Tests rekrutiert werden können. «Wenn die Massentests rasch ein Erfolg werden sollen, dann braucht es schnell viel Personal in den Apotheken und dazu Selbsttests.»

Schnelltest-Kurs geht vier Stunden

Das Weiterbildungszentrum Careum in Aarau bietet im Auftrag des Schweizerischen Apothekerverbands Pharmasuisse seit 2020 Kurse für Abstrichtechniken an. Die vierstündigen Ausbildungen befähigen das Apothekenpersonal, die Antigenschnelltests durchzuführen. Im Auftrag der Kantonalen Testzentren und mit Bewilligung der Kantone könne aber auch das Testpersonal ohne medizinische Vorausbildung aus den Testzentren an den Kursen für Antigenschnelltests teilnehmen, heisst es auf Anfrage.

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62 Kommentare
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morgen

02.04.2021, 07:03

Der Umstieg auf CO2-freie Energie endet politisch an den Landesgrenzen. Darum kann die Energiewende global zum Bumerang werden. „Netto null CO2“. Dieses Ziel künden viele Staaten an, um die Klimaerwärmung zu begrenzen. Dazu wollen sie Kohle, Erdöl und Erdgas durch Elektrizität aus Solar-, Wasser- und Windkraft ersetzen und von Benzin- oder Diesel- auf Elektroautos umsteigen. Für reiche und technisch hochentwickelte Staaten ist dieser Umstieg zwar aufwendig und schwierig, aber unter gewissen Annahmen machbar. Das zeigen etwa die neusten Energieperspektiven für die Schweiz. Doch diese Szenarien und ihre politische Umsetzung enden jeweils an den Landesgrenzen. Global hingegen hat die grüne Wende ihre Kehrseiten. Das zeigt der eindrückliche französische Dokumentarfilm „La face cachée des énergies vertes“, den der TV-Sender Arte unter dem deutschen Titel „Umweltsünder E-Auto?“ kürzlich ausstrahlte. Interessierte können den 90-minütigen Film

Regi3

01.04.2021, 08:59

Also den Abstrich kann doch jeder selber machen. Vorher das set mit vollem Namen und Geburtsdatum anschreiben den Abstrich vornehmen und zur Auswertung hinstellen.

We du wäisch was ig mäin

01.04.2021, 08:54

Der Fredi vo vom Victor Tschagobo wäre eine gute Unterstützung. Könnte gleich noch als Kräuterkenner Tipps geben gegen und für den Schnuderi.