Nachrichten für die Zukunft: Diese App kann Nachrichten aus dem Jenseits senden
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Nachrichten für die ZukunftDiese App kann Nachrichten aus dem Jenseits senden

Rahel Truniger (41) aus Frauenfeld TG hatte die Idee für «fromabove». Mit der App kann man gratis Langzeitnachrichten für Familie, Freunde oder Bekannte verfassen, die sie zum gewünschten Zeitpunkt erhalten.

von
Adriel Monostori
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Die Frauenfelderin Rahel Truniger hat eine App mitentwickelt.

Die Frauenfelderin Rahel Truniger hat eine App mitentwickelt.

fromabove
Mit «fromabove» kann man Botschaften für einen zukünftigen Zeitpunkt verfassen.

Mit «fromabove» kann man Botschaften für einen zukünftigen Zeitpunkt verfassen.

20min/Simon Glauser
Die empfangenden Personen bekommen die verfasste Botschaft erst zum festgelegten Termin.

Die empfangenden Personen bekommen die verfasste Botschaft erst zum festgelegten Termin.

fromabove

Darum gehts

  • Mit «fromabove» kann man Botschaften für die Zukunft verschicken.

  • Der Empfänger soll die Nachricht erst zum gewünschten Termin erhalten.

  • Die Idee stammt von der Frauenfelderin Rahel Truniger (41).

  • Innerhalb der ersten drei Wochen wurden schon über 100 Nachrichten ausgestellt.

«Wie soll jemand eine Botschaft von mir bekommen, wenn ich nicht mehr da bin?» Mit dieser Frage beschäftigte sich die Frauenfelderin Rahel Truniger und liess, um dieses Problem zu lösen, eine App entwickeln. Mit «fromabove» kann man Nachrichten verfassen und diese erst zu einem gewünschten späteren Zeitpunkt dem Empfänger oder der Empfängerin zukommen lassen.

Die Idee kam der 41-jährigen Mutter, als sie auf einem Parkplatz auf ihre Söhne wartete, berichtet die «Thurgauer Zeitung» (Bezahlartikel). «Ich habe in meinem Freundeskreis davon erzählt und erntete grossen Zuspruch», so Truniger. Einer ihrer Freunde zog einen Bekannten hinzu, der ihr half, die App zu entwickeln. Wichtig sei dabei gewesen, alles möglichst einfach zu gestalten, dass auch technisch weniger gut versierte Personen Botschaften hinterlassen könnten.

Nichts für Ungeduldige

Nach der Installation der App und der Registration müsse man der App Zugriff auf die Kontakte geben, denen man eine Nachricht senden will. Denn der betreffende Kontakt bekommt am festgelegten Tag ein E-Mail mit einem Link, der zur persönlichen Botschaft führt. «Es gibt eine Gratis- und eine Premiumversion. Textnachrichten mit einem Bild kann man in der Gratisversion versenden. Mit der Premiumversion für neun Franken kann man in Zukunft auch Sprachnachrichten und Videos versenden, da dies mehr Daten auf unseren Servern benötigt», erklärt Truniger. Für die Nachricht müsse man dann nur noch ein Zustellungsdatum wählen. Die empfangende Person bekomme zum gewählten Zeitpunkt eine E-Mail, ganz unabhängig davon, ob die absendende Person überhaupt noch sein Telefon hat.

«Das Benutzen der App ermöglicht eine ganz neue Dimension der Kommunikation», sagt Rahel Truniger zu 20 Minuten. Instant-Messaging gehe nicht, da der erstmögliche Termin der Zustellung auf den folgenden Tag fixiert ist. «Für Ungeduldige oder Nachrichten, die eine schnelle Antwort brauchen, hat man ja andere Programme», sagt die 41-Jährige. Die Nachrichten, die über «fromabove» gesendet werden, seien etwas sehr Wertvolles. «Meinen Kindern habe ich bereits einige Nachrichten wie Geburtstagsglückwünsche aufgenommen. Langzeitnachrichten sind nicht nur für den Empfänger etwas Spezielles. Auch für jene Person, die die Botschaft verfasst, ist es etwas sehr Schönes, weil man die Nachrichten bewusster verfasst und mehr Mühe hineinsteckt», meint die Frauenfelderin. Für den letztmöglichen Termin gebe es kein Limit. Die Botschaften, die über die App versendet werden, unterliegen nicht nur dem Schweizer, sondern auch dem europäischen Datenschutzgesetz.

Gratis, damit sie möglichst viele Leute benutzen

Die App ist erst seit wenigen Wochen freigeschaltet. «Bis jetzt wurden bereits 100 Nachrichten ausgestellt. Verfasst wurden aber mehr. Ich selbst habe schon rund 150 Nachrichten verfasst», sagt die 41-Jährige. Einige Nachrichten habe sie ihren Söhnen verfasst. «Ich kann ihnen beispielsweise jetzt schon zum 50. Geburtstag gratulieren und schreiben, welches Kinderbuch wir aktuell lesen», sagte sie zur «Thurgauer Zeitung».

Ums Geld verdienen geht es der Frauenfelderin bei «fromabove» nicht. «Die App habe ich gemacht, weil ich es eine tolle Idee fand», sagt die Mutter. Wichtig sei, dass sie gratis verfügbar ist, damit sie möglichst viele Leute herunterladen könnten. «Einnahmen werden nur aus den neun Franken für die Premiumversion generiert.» Für die Entwicklung habe sie einen fünfstelligen Betrag gestemmt. «Das Teuerste sind momentan die Kosten für die Server», meint Truniger. An eine andere Finanzierung denke sie noch nicht. Sie sagt: «Es ist alles noch ganz frisch. Ich möchte noch abwarten, wie es sich entwickelt. Ich habe aber bereits Ideen, wie man die App noch weiterentwickeln kann.»

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Deine Meinung

67 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

martin8301

11.04.2021, 01:31

Das kann ich mit meinem Mailprogramm auch 😂

nachdenklich1

10.04.2021, 22:22

Hmm, ich weis nicht?!

Dalia28

10.04.2021, 21:00

Also ich würde sowas eher auf einem Brief schreiben und diesen an einem sicheren und auffindbaren Ort aufbewahren.