Airhelp.ch: App verhilft Passagieren zu Entschädigung
Aktualisiert

Airhelp.chApp verhilft Passagieren zu Entschädigung

350 Millionen Franken pro Jahr gehen Schweizer Flugpassagieren durch die Lappen, weil sie nicht ihre rechtmässigen Entschädigungen erhalten. Ein neues Unternehmen will das ändern.

von
L. Frommberg
Bei Verspätung oder Ausfall haben Flugpassagiere oft Anspruch auf finanzielle Entschädigungen.

Bei Verspätung oder Ausfall haben Flugpassagiere oft Anspruch auf finanzielle Entschädigungen.

Verspätungen, Überbuchungen, Ausfälle – täglich sind 2000 Schweizer Flugpassagiere davon betroffen. Und oft bedeutet das neben unangenehmen Wartezeiten auch finanziellen Schaden. Laut EU-Gesetz sind Airlines zwar verpflichtet, den Passagieren Entschädigungen im Wert von mehreren Hundert Franken zu zahlen, falls es keine höhere Gewalt wie etwa das Wetter war, die die Unannehmlichkeiten auslöste. Die EU-Verordnung 261/2004 regelt solche Ansprüche und gilt laut Bundesamt für Zivilluftfahrt auch in der Schweiz.

Das Problem ist aber: In gerade einmal 0,01 Prozent der Fälle erhalten die Schweizer Passagiere tatsächlich etwas zurück – oft gibt es dann als Entschädigung nicht einmal Bargeld, sondern nur Gutscheine.

Acht Milliarden Euro in Europa

Das soll sich jetzt ändern. Das Internetportal Airhelp hat sich auf die Fahne geschrieben, den frustrierten Passagieren zu ihrem Recht zu verhelfen. «Den Schweizer Reisenden entgehen jedes Jahr über 350 Millionen Franken», erklärt Airhelp-Schweiz-Chef Philippe Strässle. In ganz Europa seien es insgesamt sogar acht Milliarden Euro.

Über die Gratis-App oder die Website airhelp.ch können Passagiere prüfen, ob sie Anspruch auf eine Entschädigung haben. Nach Eingabe der Flugdaten erfährt man, ob der Flug anspruchsberechtigt ist und wie hoch eine Entschädigung ausfallen würde.

Keine Kosten bei Prozess

Falls die Fluggesellschaft die Beschwerde anerkennt, vermittelt Airhelp das Geld an den Passagier – abzüglich einer Bearbeitungsgebühr, die 25 Prozent der Entschädigung beträgt. Gibt es kein Geld von der Fluglinie, zahlt der Kunde nichts. «In ganz wenigen Fällen passiert es, dass der Fall vor Gericht kommt», sagt Strässle. Aber auch in diesem Fall sollen keine Kosten anfallen: «Wir tragen das Prozessrisiko.»

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