Appenzeller Edelfleisch nach japanischem Vorbild: Kabier
Aktualisiert

Appenzeller Edelfleisch nach japanischem Vorbild: Kabier

Das japanische Kobe-Beef hat ein Pendant im Appenzell: Seit zehn Jahren züchtet der Biobauer Sepp Dähler Bierrinder. Obwohl die Nachfrage riesig ist, baut er kaum aus, denn die optimale Haltung der Tiere geht bei ihm vor.

Als Sepp Dähler vor zehn Jahren den Bauernhof seiner Eltern übernahm, suchte er nach einem Nischenprodukt, das auf Qualität setzt. Da hatte er die Eingebung, das japanische Kobe-Beef einzuschweizern. Kobe-Rinder werden mit Sake, Reisstroh und Getreide gefüttert, mit Reiswein eingerieben – und ihr Fleisch gilt als Delikatesse.

Wie bei ihren japanischen Genossen gehört auch bei den Kabier-Rindern Alkohol zum Alltag: Sie werden mit Bierhefe getränkt, massiert und essen nebst Heu und Getreide «Abfallprodukte» aus der Bierbrauerei. Diese Ernährung sowie die regelmässigen Massagen tun den Rindern gut und machen das Kabier-Fleisch zart und würzig.

Die spezielle Ernährung und Pflege soll aber nicht nur bestes Fleisch erzeugen: «Es geht darum, einen ökologisch nachhaltigen Kreislauf zu schaffen», sagt Dähler. Und in der Tat schliesst sich der Kreis: Dähler pflanzt auf seinem Hof Getreide an, mit welchem die Brauerei Locher Bier braut. Die Nebenprodukte aus der Bierherstellung gehen wiederum an den Hof zurück. Auch die Tiere werden vollständig genutzt: Alle Stücke werden verarbeitet, sogar aus der Haut werden Lederprodukte hergestellt.

Die Bierrinder torkeln übrigens nicht betrunken auf der Weide herum: Sie bauen den Alkohol bereits im Magen ab.

Monica Müller

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