Gegen Kantönligeist: Appenzellerland: Grüne wollen Heirat der Kantone
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Gegen KantönligeistAppenzellerland: Grüne wollen Heirat der Kantone

Die Appenzeller Grünen regen eine Fusion mit St.Gallen an. Doch die Idee stösst auf Skepsis.

von
upz
Das Appenzellerland: Dereinst nur noch ein grosser Kanton? (Bild: zvg)

Das Appenzellerland: Dereinst nur noch ein grosser Kanton? (Bild: zvg)

Die beiden Appenzell gehören einwohner- und flächenmässig zu den kleinsten Kantonen. Dass sie sich eigene Regierungen und Verwaltungen leisten, ist dem Ausserrhoder Politiker Samuel Büechi (Grüne) ein Dorn im Auge: «Die beiden Appenzell sind ja eigentlich Bezirke von St. Gallen. Die Politik muss über eine Fusion der drei Kantone nachdenken.» Durch die Zusammenlegung könnten Kosten gespart und grenzübergreifende Probleme besser angepackt werden. Doch da Innerrhoden «sicher kein Interesse an einem Zusammenschluss hat», müsse sich Ausserrhoden auf die Heirat mit St. Gallen konzentrieren. «Die Ausserrhoder sind sowieso auf St. Gallen ausgerichtet, weil ihnen ein eigenes Zentrum fehlt», so Büechi. Er ist in Ausserrhoden kein Unbekannter: In der Wahl für den frei werdenden SVP-Regierungssitz hatte er kandidiert; nach dem 1. Wahlgang zog er sich zurück.

St.Gallen ist skeptisch

In St. Gallen kommentiert man Büechis Avancen verhalten: «Eine thematische Zusammenlegung, etwa in den Bereichen Bildung und Gesundheit, macht Sinn. Die politischen Strukturen sollte man jedoch erhalten», sagt Martin Klöti, Vorsteher des Departements des Innern. «So werden die eigenen Kantonskulturen bewahrt, was wichtig für die Identifikation der Bürger ist.» Ausserdem habe er in seiner Zeit als Stadtrat in Rapperswil gesehen, wie viel es dort gebraucht habe, bis die Fusion mit Jona möglich wurde. (upz/20 Minuten)

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