Aktualisiert 03.03.2020 16:04

WiedergutmachungApple bezahlt iPhone-Nutzern je 25 Dollar

Apple hat zugegeben, alte iPhone-Modelle absichtlich zu verlangsamen. Nun muss der Konzern Nutzern Geld zahlen.

von
doz
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Apple wird aufgrund der absichtlichen Drosselung von alten iPhones Millionen bezahlen müssen.

Apple wird aufgrund der absichtlichen Drosselung von alten iPhones Millionen bezahlen müssen.

epa/Sergei Ilnitsky
Regelmässige Updates bringen den Nutzern zwar weitere Funktionen, doch dabei wird auch die berüchtigte Drosselung für ältere Apple-Handys durchgeführt.

Regelmässige Updates bringen den Nutzern zwar weitere Funktionen, doch dabei wird auch die berüchtigte Drosselung für ältere Apple-Handys durchgeführt.

AP/Eric Risberg
Nun bekommen Nutzer mit älteren Modellen Geld von Apple.

Nun bekommen Nutzer mit älteren Modellen Geld von Apple.

Unsplash

Der Rechtsstreit um gedrosselte iPhones scheint sich langsam einem Ende zuzuneigen. Apple ist gewillt, bis zu 500 Mio. Dollar (umgerechnet 480 Millionen Franken) zu bezahlen. Gerichtsdokumente zeigen, dass diesem Entscheid nur noch ein Richter in Kalifornien zustimmen muss. Grund für diese Massnahme ist, dass Apple 2017 zugab, ältere iPhone-Modelle mittels Software-Updates absichtlich zu verlangsamen.

Der Tech-Konzern behauptete damals, dass dies verhindern solle, dass sich ältere Geräte aufgrund ihrer schwächeren Batterien einfach abschalten. Der Vorwurf lautete allerdings, dass Apple so Kunden zum Kauf eines neuen iPhones verleiten wolle.

iPhone-Besitzer erhalten Geld

In der Folge musste Apple ein neues Software-Update liefern und neue Akkus günstiger anbieten. In Frankreich erklärte sich das Unternehmen laut Behörden vor kurzem bereits bereit, 27 Mio. Franken zu bezahlen.

Nun sollen Besitzer eines iPhones 7 oder eines älteren Modells in den USA jeweils rund 25 Dollar (24 Franken) pro Gerät erhalten. Die Summe kann sich aber noch ändern, je nachdem, wie viele Kunden tatsächlich eine Entschädigung verlangen werden.

Gilt nicht für die Schweiz

Schweizer Apple-Nutzer dürfen allerdings nicht mit einer derartigen Entschädigung rechnen. Wie Martin Steiger, Anwalt und Unternehmer für Recht im digitalen Raum, erklärt, sieht die Rechtslage hierzulande anders aus als in den USA. «Diese sogenannten Sammelklagen, wie wir sie aus den USA kennen, gibt es bei uns nicht», so Steiger.

Wer sich von Apple betrogen fühlt, müsse also alleine gegen den Tech-Konzern klagen. «Dies würde in einem solchen Fall über den Friedensrichter laufen. Natürlich sind dabei die Verfahrensgebühren und Anwaltskosten für 24 Franken pro Telefon unverhältnismässig.» Ausserdem müsse die Höhe des Schadens auf den Rappen genau bewiesen werden können, was ebenfalls schwierig sei. (doz/sda)

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