«Nur» 54 Prozent plus: Apple enttäuscht Analysten – Aktie sackt ab
Aktualisiert

«Nur» 54 Prozent plusApple enttäuscht Analysten – Aktie sackt ab

Es ist selten, doch im jüngsten Quartal ist es passiert: Der Elektronikkonzern Apple hat die Analystenerwartungen nicht erfüllt. Die Börse reagiert prompt.

Die Kunden haben wohl zugewartet: Kurz vor der Lancierung des neuen iPhone 4S, hier in der Hand von Apple-Co-Gründer Steve Wozniak, gingen rund 3 Millionen Exemplare weniger über den Ladentisch als erwartet.

Die Kunden haben wohl zugewartet: Kurz vor der Lancierung des neuen iPhone 4S, hier in der Hand von Apple-Co-Gründer Steve Wozniak, gingen rund 3 Millionen Exemplare weniger über den Ladentisch als erwartet.

Trotz neuer Rekordzahlen hat der US-Technologiekonzern Apple die Börsen enttäuscht: Zwei Wochen nach dem Tod seines Mitbegründers Steve Jobs legte das Unternehmen seine Quartalszahlen vor, die weit hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieben.

Apple meldete für das Ende September abgelaufene vierte Quartal des Geschäftsjahres 2011 einen Anstieg des Umsatzes auf 28,3 Mrd. Dollar, der Gewinn stieg lediglich um 54 Prozent auf 6,6 Mrd. Dollar.

Analysten waren von einem Umsatz von 29,7 Mrd. ausgegangen. Die Aktien des wertvollsten Technologiekonzerns der Welt stürzten nach Bekanntgabe der Ergebnisse im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent ab.

Warten auf iPhone 4S

Besonders das iPhone, der grösste Umsatzbringer des Unternehmens, verkaufte sich kurz vor dem Modellwechsel deutlich weniger als zuvor prognostiziert. Statt der erwarteten 20 Mio. gingen nur gut 17 Mio. Smartphones über die Ladentische.

«Die Welt hat einen John Lennon verloren»

Apple erklärte, die iPhone-Verkäufe hätten den Erwartungen des Konzerns entsprochen. Besonders im September hätten jedoch viele Kunden erst die Vorstellung des neuen Modells 4S abwarten wollen. Ein starker Anstieg der Mac-Computerverkäufe um 27 Prozent auf 4,9 Millionen Geräte konnte die Flaute beim iPhone nicht wettmachen.

Reaktionen in Zürich auf Jobs Tod

Die Hoffnungen bei Apple ruhen nun auf dem neuen iPhone 4S. Das Smartphone wurde in den ersten drei Tagen vier Millionen Mal verkauft und übertraf so die Bestmarke des Vorgängers um das Doppelte.

Besonders erfolgreich war Apple zuletzt mit dem iPad: Im vierten Quartal wurden elf Millionen der Tablet-Computer verkauft, fast dreimal so viele wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

26 Mrd. Jahresgewinn

Insgesamt verzeichnete das Unternehmen aus Kalifornien im vergangenen Geschäftsjahr nach eigenen Angaben einen Umsatz-Anstieg um 85 Prozent auf mehr als 108 Mrd. Dollar. Zum ersten Mal in seiner Geschichte verkaufte Apple damit Geräte für insgesamt mehr als hundert Milliarden Dollar innerhalb eines Jahres.

Der Nettogewinn stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 26 Mrd. Dollar. Konzernchef Tim Cook erklärte, Apple habe ein bemerkenswertes Ergebnis erzielt. Das Unternehmen gehe «mit Schwung» der Weihnachtszeit entgegen und sehe sich mit seinen neuen Produkten auf dem richtigen Weg. (dapd)

Läden wegen Jobs-Gedenken geschlossen

Apple will am Mittwoch seine Läden für mehrere Stunden schließen, damit die Angestellten eine Übertragung der Gedenkfeier für den verstorbenen Apple-Mitgründer Steve Jobs verfolgen können. Die von Apple als private Veranstaltung bezeichnete Gedenkfeier soll um 16.00 Uhr (MESZ) in der Konzernzentrale im kalifornischen Cupertino veranstaltete werden. Jobs verstarb am 5. Oktober im Alter von 56 Jahren nach einer Krebserkrankung.

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