iPhone OS 3.0: Apple erhört seine Kunden
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iPhone OS 3.0Apple erhört seine Kunden

MMS, «Copy and Paste» und bequemes Tippen: Das neue Betriebssystem für iPhone und iPod touch bietet Nutzern diese und knapp 100 weitere Funktionen - allerdings erst im Sommer.

Apple hat in Cupertino die dritte Version seines Betriebssystems für mobile Geräte vorgestellt, mit denen man nun auch die Funktionen «Ausschneiden», «Kopieren» und «Einfügen» nutzen kann. Das Ganze funktioniert ebenfalls zwischen verschiedenen Programmen. Um einen der Vorgänge wieder rückgängig zu machen, muss man das Smartphone kurz schütteln.

Ebenso herbeigesehnt wurde von vielen Anwendern eine MMS-Funktion. Und auch diese beherscht die frische Firmware. Es lassen sich nun beispielsweise MMS mit Sprachaufnahmen, die sich mit der neuen Voice-Memo-App erstellen lassen, und dem aktuellen Standort des Absenders verschicken.

Tippen wird leichter

Der Landscape-Modus steht nun in allen wichtigen Anwendungen zur Verfügung: So lassen sich jetzt E-Mails und SMS auf der im Querformat angezeigten Tastatur schreiben. Und noch etwas, das Mac-Gefühle aufkommen lässt: Die von Apple-Rechnern bekannte Suche «Spotlight», welche gleichzeitig zahlreiche Speicherorte durchforstet, gibt es jetzt auch auf dem iPhone und dem iPod touch. Ausserdem lassen sich Notizen nun mit einem Mac oder Windows-PC synchronisieren, zufällige Songs durch Schütteln aufrufen, TV-Sendungen, Filme und Anwendungen aus dem App Store mit einer Kindersicherung ausstatten und eine automatische Log-in Funktion für WLAN-Hotspots einrichten. Ausserdem bietet nun Google Maps eine komplette Navigationslösung an. Auf dessen Informationen können zudem andere Programme zugreifen.

Laut Scott Forstall, Apples Vice-President für iPhone-Software, soll man dank dem OS 3.0 leicht gegen Freunde spielen können. Denn die Geräte suchen einfach nach weiteren in ihrer Nähe und verbinden sich dann via Bluetooth mit ihnen. Das Ganze basiert auf Bonjour, einer Technologie aus Mac OS X. Ausserdem werden jetzt auch Bluetooth-Geräte von Drittherstellern unterstützt. So soll man beispielsweise den Equalizer von Boxen über das iPhone steuern können.

Apples Geräte sollen in Zukunft Push-fähig sein - nicht nur für Push-E-Mails wie man sie von RIMs BlackBerry kennt, sondern auch für in Messenger-Tools wie Meebo. Laut Apple will man eine Technologie entwickelt haben, welche die Akkulaufzeit nur noch um 20 Prozent reduziert. Bislang sind 80 Prozent üblich.

Das iPhone beherrscht mit der neuen Software Multitasking. Nutzt man beispielsweise die Mobile-Sales-Software von Orcale kann man E-Mails schreiben, ohne aus der Applikation herausgehen zu müssen. Nach Oracle stellten zahlreiche weitere Firmen ihre Apps vor: LifeScan zeigte seine für Diabetiker, die über Bluetooth mit dem Blutzucker-Messgerät kommuniziert. Electronic Arts präsentierte seine Version des «Sims». Wer es härter mag, soll mit dem Ego-Shooter «LiveFire» von Ncmoco auf seine Kosten kommen.

Die Firmware 3.0 wird im Sommer verfügbar sein. Einen genauen Termin nannte Apple bislang nicht. Besitzer eines iPhones erhalten das Update gratis. Wer einen iPod Touch hat, muss umgerechnet rund zwölf Franken zahlen. MMS und die neuen Bluetooth-Fähigkeiten werden aber nicht von iPhone der ersten Generation unterstützt.

Apple verlangt weiterhin 30 Prozent

Entwicker, die Apps über Apple anbieten wollen, entscheiden weiterhin, ob sie Geld für ihre Tools nehmen. Tun sie dies, verlangt Apple auch in Zukunft 30 Prozent der Erlöse. Aber auch neue Geschäftsmodelle sollen möglich sein. Beispielsweise kann ein Nutzer nur zehn Levels eines iPhone-Games spielen, weitere kosten extra.

Zehn Millionen iPhones wollte Apple 2008 verkaufen, 13,7 Millionen konnten die Kalifornier im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben absetzen. Im App Store sind mittlerweile 25 000 Anwendungen zu finden

(hst)

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