Aktualisiert 08.04.2018 22:19

Markenstreit«Apple greift die Schweiz an»

Ein Schweizer Künstler ruft um Hilfe gegen Apple. Sein Onlineshop Apple Boutique ist dem Konzern ein Dorn im Auge.

von
rkn
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Apple ist im Rechtsstreit mit einem Schweizer Künstler.

Apple ist im Rechtsstreit mit einem Schweizer Künstler.

AP/Tony Gutierrez
Das Unternehmen beschuldigt den Welschen des Cybersquattings. Das bedeutet, dass Petroz mit seinem Onlineshop Apple Boutique von Apples Wiedererkennungswert profitiere. «Apple hat vor 30 Jahren verschlafen, den Begriff Apple Boutique als Marke zu registrieren, und will ihn mir jetzt gratis entreissen», beschwert sich Petroz.

Das Unternehmen beschuldigt den Welschen des Cybersquattings. Das bedeutet, dass Petroz mit seinem Onlineshop Apple Boutique von Apples Wiedererkennungswert profitiere. «Apple hat vor 30 Jahren verschlafen, den Begriff Apple Boutique als Marke zu registrieren, und will ihn mir jetzt gratis entreissen», beschwert sich Petroz.

epa/Sascha Steinbach
Seine Website habe an einem guten Tag grad mal 50 Besucher. Er profitiere nicht von Apples Namen und versuche das auch nicht.

Seine Website habe an einem guten Tag grad mal 50 Besucher. Er profitiere nicht von Apples Namen und versuche das auch nicht.

Screenshot

Der Schweizer Künstler Jules Petroz erhielt kürzlich von Apple böse Post. Das Unternehmen wehre sich dagegen, dass Petroz den Namen seines Onlineshops Apple Boutique als Markennamen schützen lassen will. Für Petroz war das nicht nachvollziehbar: Der Name beziehe sich auf den gleichnamigen Laden, den die Beatles während der 60er-Jahre in London eröffnet hatten, sagt Petroz zu 20 Minuten.

Das Unternehmen beschuldigt den Welschen des Cybersquattings. Das bedeutet, dass Petroz mit dem Onlineshop von Apples Wiedererkennungswert profitiere. «Apple hat vor 30 Jahren verschlafen, den Begriff Apple Boutique als Marke zu registrieren, und will ihn mir jetzt gratis entreissen», beschwert sich Petroz.

Es sah wie ein Sieg aus

Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum in Bern lehnte die Einsprache von Apple allerdings ab. Das Unternehmen habe Petroz zudem einen Betrag von 1200 Franken zu zahlen. Für den Schweizer sah es wie ein Sieg aus.

Doch Apple gab nicht auf und zieht den Entscheid vors Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen. Im Zuge dessen forderte das Gericht den Welschen auf, ein Verteidigungsdossier vorzubereiten. Der Knackpunkt: Die Unterlagen müssen auf Deutsch sein.

«Ich brauche Hilfe»

Sämtliche Korrespondenz von Apple sei ebenfalls auf Deutsch gewesen. «Weder ich noch mein Anwalt sprechen gut Deutsch», sagt Petroz zu 20 Minuten. Womöglich nutze das Unternehmen dieses sprachliche Handicap aus. «Ich brauche Hilfe von jemandem, der Deutsch kann», so der verzweifelte Künstler.

Apple hat trotz einer Anfrage von 20 Minuten bisher noch keine Stellung zur Situation genommen. Die Anwälte weisen in ihrem Einspruch gegen die Markeneintragung allerdings darauf hin, dass Petroz nicht zum ersten Mal des Cybersquattings beschuldigt werde. Dazu sagt Petroz, seine Website habe an einem guten Tag grad mal 50 Besucher. Er profitiere nicht von Apples Namen und versuche das auch nicht.

Auf die Frage, ob sein Onlineshop durch das nun von Apple verursachte Aufsehen vielleicht mehr Besucher haben wird, antwortet Petroz: «Warum nicht?» Darum gehe es aber nicht, denn der Markenstreit zwischen dem kleinen Familienunternehmen und dem grossen ausländischen Konzern fühle sich für ihn so an, als würde Amerika die Schweiz angreifen.

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