Gerüchte um iTunes: Apple könnte Downloads von Musik bald einstellen
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Gerüchte um iTunesApple könnte Downloads von Musik bald einstellen

Gerüchten zufolge denkt der Tech-Konzern über die Abschaffung des Verkaufs von Musik über iTunes nach. Wegen des Streamings lohne sich dieser nicht mehr.

von
K. Wolfensberger
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Laut Gerüchten will Apple bald keine Musik mehr über iTunes verkaufen.

Laut Gerüchten will Apple bald keine Musik mehr über iTunes verkaufen.

Keystone/Christian Beutler
Grund dafür ist die wachsende Konkurrenz durch Streaming-Dienste wie Spotify, die bei den Kunden das Interesse an den Downloads sinken lässt.

Grund dafür ist die wachsende Konkurrenz durch Streaming-Dienste wie Spotify, die bei den Kunden das Interesse an den Downloads sinken lässt.

Keystone/Christian Beutler
Die Zeitschrift «Digital Music News» versucht die Problematik mit einer Grafik zu verdeutlichen. 2012 sei der Höhepunkt der Verkäufe gewesen. Seither würden sie kontinuierlich sinken.

Die Zeitschrift «Digital Music News» versucht die Problematik mit einer Grafik zu verdeutlichen. 2012 sei der Höhepunkt der Verkäufe gewesen. Seither würden sie kontinuierlich sinken.

Digital Music News

Musik-Downloads über iTunes könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Apple überlegt sich laut dem Portal «Digital Music News» deren Abschaffung. Unterschiedlichen Gerüchten zufolge gibt es zwei mögliche Zeitpunkte für die Einstellung: in zwei oder in vier Jahren. Damit wäre es Nutzern ab spätestens 2020 nicht mehr möglich, direkt beim Tech-Giganten Songs zu kaufen.

Hintergrund der Abschaffungspläne ist der allgemeine Niedergang des Download-Geschäfts. Die Ursache hierfür liegt im verstärkten Aufkommen von Streaming-Diensten. Marktführer ist hier allerdings nicht Apple mit seinem Dienst Apple Music, sondern Spotify aus Schweden.

iTunes noch deutlich vor Apple Music

Experten nehmen an, dass Apple die iTunes-Verkäufe wohl als Erstes in besonders Streaming-freundlichen Märkten wie den USA oder dem Vereinigten Königreich einstellen würde. Länder wie die Schweiz dürften etwas später dran sein.

Wie «Digital Music News» berichtet, findet um die mögliche Abschaffung derzeit ein interner Machtkampf bei Apple statt. Auf der einen Seite steht Jimmy Iovine, Mitgründer von Beats, der das Streaming möglichst schnell unter Einsatz grosser finanzieller Mittel vorwärtsbringen möchte. Auf der anderen Seite stehen Mitglieder des Managements, die betonen, dass der iTunes Store immer noch dreimal so viel Umsatz generiere wie Apple Music.

Apple dementiert Gerüchte

Apple selbst beeilte sich, die Gerüchte zu dementieren. Sprecher Tom Neumayr äusserte sich gegenüber «Buzzfeed» mit den kurzen Worten: «Das stimmt nicht».

Trotz des Dementis hält «Digital Music News» an der Geschichte fest. Das Portal beruft sich auf Quellen aus der Unternehmensführung, die auf absoluter Vertraulichkeit bestanden hätten. Aus Angst vor Entlassung seien sie nicht einmal bereit gewesen, via E-Mail zu kommunizieren.

Den iTunes Store zu schliessen wäre ein sehr offensiver Schritt, der auch nach hinten losgehen könne, erklärt John Paczkoswki von «Buzzfeed». Zwar sei Apple bekannt dafür, den Kunden technologische Veränderungen zu bringen. Doch für den kompletten Wechsel hin zum reinen Streaming-Anbieter sei es noch zu früh.

Viele Fragen ungeklärt

Vollig ungeklärt wäre auch die Frage, was mit persönlichen Musikdateien passiert, wenn alle iTunes-Nutzer komplett zu Apple Music migrieren müssten. Bereits jetzt kommt es in solchen Fällen zu Problemen.

In einem persönlichen Blog-Post beschreibt ein US-Apple-Nutzer, wie Apple Music hunderte seiner Musik-Dateien von seiner persönlichen Festplatte löschte. Hören kann der Nutzer sie zwar noch, aber die Files liegen jetzt in Apples Cloud. Er selbst verfügt sogar bei selbst komponierten Musikstücken nicht mehr über das Original-File.

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