Sonderflug: Apple lässt leere iPad-Boxen um die Welt fliegen
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SonderflugApple lässt leere iPad-Boxen um die Welt fliegen

Weil sich aufgrund der Corona-Pandemie immer wieder Verzögerungen bei den Lieferungen ergeben, sah sich Apple gezwungen, Paletten mit leeren Karton-Boxen zu verschicken. Eigentlich legt das Unternehmen aber Wert auf Umweltschutz.

von
Dominique Zeier
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Apple hat Dutzende Paletten mit leeren Karton-Boxen per Flugzeug verschickt.

Apple hat Dutzende Paletten mit leeren Karton-Boxen per Flugzeug verschickt.

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Grund dafür waren Lieferengpässe in China und Singapur. 

Grund dafür waren Lieferengpässe in China und Singapur.

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Weitere Geräte musste Apple via LWKs verfrachten. 

Weitere Geräte musste Apple via LWKs verfrachten.

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Darum gehts

  • Aufgrund der Corona-Krise verzögern sich viele Lieferungen.

  • Auch Apple hat damit zu kämpfen.

  • Um ihre Produkte dennoch zeitig zu liefern, hat der Konzern Flugzeuge gechartert, LKWs gemietet und leere Karton-Boxen verschickt.

Die Corona-Pandemie führt überall auf der Welt zu Lieferverzögerungen. Auch grosse Tech-Unternehmen wie Apple werden davor nicht verschont. So fällt es dem Konzern nämlich schwer, der grossen Nachfrage nach iPads in China und Singapur innert normaler Frist nachzukommen, wie «The Information» schreibt. Probleme haben sich aber nicht etwa bei der Verfügbarkeit der Hardware ergeben, sondern bei der Verpackung, in welcher diese normalerweise verschickt wird.

So sind beim Verteilzentrum von Apple in Singapur die braunen Versandkartons, mit denen iPads normalerweise versendet werden, knapp geworden. Um die Lieferung aber nach wie vor garantieren zu können, hat Apple kurzerhand einen Restbestand von Boxen aus den USA mittels Frachtflugzeug nach China fliegen lassen – leer.

Von China aus wurden die Dutzenden Paletten voller leerer Karton-Boxen schliesslich weiter nach Singapur geschickt, wo sie mit iPads gefüllt wurden. Anschliessend wurden die Apple-Produkte zurück nach China verfrachtet. Dies war nötig, da Apple in China selbst kein Verteilzentrum besitzt.

Charter-Flug und LKWs

Dies ist aber nicht der einzige Weg, auf dem Apple versucht, der hohen Nachfrage trotz der längeren Lieferzeiten nachzukommen. So hat das Unternehmen laut «The Information» auch ein eigenes Frachtflugzeug gechartert, um Liefertermine in den USA einhalten zu können, die Apple selbst gesetzt hatte. Nötig sei dies, weil weniger Passagierflugzeuge verkehren. In diesen transportiert Apple normalerweise im Frachtraum Ware.

Ausserdem habe Apple mehrere Lastwagen gemietet, um Homepod Minis aus Vietnam nach Shanghai zu fahren. Die Strecke beträgt rund 2300 Kilometer. Dort wurden die Homepod Minis auf Schiffe verladen. Grund für den Landweg seinen Quarantäneeinschränkungen gewesen, aufgrund welcher die direkte Schifffahrt in die USA nicht möglich gewesen sei. Erst von Shanghai aus konnten die Homepods mit einem teureren und schnelleren Express-Containerschiff in die USA verfrachtet werden.

Ähnlich verlief es mit Lieferungen von Apples Airpods. Auch diese wurden zwischen Vietnam und verschiedenen Häfen in China per Lastwagen verfrachtet. Anstatt auf verfügbaren Platz auf einem Frachtschiff in Vietnam zu warten, schickte Apple eine Lieferung an Airpods rund 1000 Kilometer mit LKWs zu einem südchinesischen Hafen. Von dort aus wurden die Airpods per Schiff nach Long Beach in den USA verfrachtet.

Umweltschutz?

Diese Berichte überraschen vor allem deshalb, da Apple sich eigentlich stark für den Umweltschutz einsetzt. So hat das Unternehmen Mitte 2020 verkündet, ab dem Jahr 2030 vollkommen klimaneutral werden zu wollen.

Damit aber nicht genug. Auch den Ausstoss von klimaschädlichem CO₂ will Apple um 75 Prozent senken. Das restliche Treibhausgas soll mithilfe von Bindungen ausgeglichen werden. Noch im Juli 2020 verkündete die Umweltchefin Lisa Jackson von Apple: «Jedes Unternehmen muss angesichts der Covid-19-Herausforderungen seine Zukunft bewerten, aber wir sehen keinen Konflikt zwischen unseren Klima-Plänen und den wirtschaftlichen Notwendigkeiten.»

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20 Minuten-App. Tipp unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

Deine Meinung

76 Kommentare
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Bürger0

10.02.2021, 16:27

Und warum macht man Mobiltelefone nicht Reparierbar und für ein. 15 Jahre haltbar und nicht alle 6 Monate ? nicht nur bei den Telefone auch andere Geräte, die geplante obselezenz muss verboten werden ! Wir reden alle von Umweltschutz aber die Unternehmen generieren jährlich jede Menge Elektroschrott weil man jeden Monat ein anderes Gerät haben muss

seppi2

10.02.2021, 16:14

Wenn das Unternehmen wert auf Umweltschutz legt, warum produziert es die Telefone dann in China? Weil das Unternehmen mehr wert auf Gewinn und höhere Aktienkurse legt. Und Umweltschutz ist nur Showprogramm für die Zuschauerbühne. Aber wer ein IPhone kauft weil er glaubt es sein ein besseres Smartphone, der glaubt alles.

stefan36436

10.02.2021, 15:52

dass ich nicht lache. ipads werden im Auftrag von Apple in shenzhen und umgebung zusammengebaut 👍 (habe eine apple fabrik vor 4 jahren besichtigt.) das heisst nach dem zusammenbau kommen die nach amerika und werden wegen hoher nachfrage wieder nach china gesendet oder wie?