Nur der zweite Sieger: Apple Maps im Duell mit Google Maps
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Nur der zweite SiegerApple Maps im Duell mit Google Maps

Versetzte Brücken, fehlende Sehenswürdigkeiten und apokalyptische Städte: Apple Maps ist eine kleine Horror-Show. Doch wie schlecht sind Apples Karten wirklich?

von
owi

Mitten im Menschengetümmel der Millionen-Metropole Hongkong suchen zwei Reuters-Reporter den schnellsten Weg zur bekannten Bruce-Lee-Statue (siehe Video am Ende des Artikels). Beide benutzen ein iPad, der eine hält sich an Google Maps, der andere vertraut auf Apple Maps. Google Maps findet die bekannte Touristenattraktion in wenigen Sekunden. Apples Kartendienst kann die Route erst berechnen, nachdem der Tester die genaue Strassenadresse eingetippt hat.

Der Fussmarsch zum Ufer, wo die Lee-Skulptur steht, verläuft allerdings nicht ganz so entspannt, wie man sich dies als Tourist wünschen würde: Auf dem Weg durch die Gassen wechselt Apple Maps plötzlich in den Navigationsmodus für Autofahrer. Trotz der kleinen Panne treffen die beiden Hongkong-Entdecker fast gleichzeitig bei Bruce Lee ein.

Fährhafen? Hä?

Mit der Fähre wollen die Reuters-Reporter nach Hongkong Island übersetzen. Google Maps findet den Fährhafen sofort und wählt den direktesten und schnellsten Weg. Ein kleiner Schönheitsfehler: Für Fussgänger wäre wohl der schönere Weg der Uferpromenade entlang die bessere Wahl gewesen. Apple Maps stellt sich etwas dümmer an und findet den Weg zur Fähre erst, nachdem der Tester die genaue Strassenadresse eingegeben hat. Der Google-Maps-Tester kann zwar schneller loslaufen, gewinnt dadurch aber nur etwa eine halbe Minute Vorsprung.

Im dritten Test versuchen die Reuters-Mitarbeiter so rasch wie möglich einen Laden zu finden, wo es die Hongkong-typischen Eierkuchen zu kaufen gibt. Google Maps findet mehrere Möglichkeiten im nächsten Umkreis, Apple Maps versteht nur Bahnhof.

iPhone-Nutzer haben schlechte Karten

Der Test in Hongkong deckt die derzeitigen Schwächen von Apple Maps schonungslos auf. Inzwischen hat sich Apple-CEO Tim Cook auf der Apple-Seite für den fehlerhaften Kartendienst entschuldigt und empfiehlt den iPhone- und iPad-Nutzern, auch Google Maps oder eine andere Karten-App zu verwenden.

Google hat im Rennen mit Apple um den besten Kartendienst die Nase vorne. Trotz des deutlichen Verdikts kann auch der Suchmaschinenriese nicht restlos überzeugen. Beide Karten liessen die Tester Umwege laufen, schickten sie in Sackgassen und zum Teil sogar über gefährliche Strassen, obwohl es spezielle Wege für Fussgänger gäbe.

Nokia Maps ist der lachende Dritte

Offen bleibt die Frage, wie sich Google Maps und Apple Maps im Vergleich mit den Karten von Nokia schlagen würden. Der Kartendienst der Finnen findet sich nicht nur auf Windows- und Symbian-Phones. Auch 80 Prozent der Navigationsgeräte in Autos sind, was kaum jemand weiss, mit Karten von Nokia bestückt. Der Vorteil von Nokia Maps ist, dass sich das Kartenmaterial im WLAN vollständig auf das Smartphone oder Tablet herunterladen lässt.

Auch iPhone- und Android-Nutzer können Nokia Maps im Webbrowser verwenden und einen Kartenausschnitt für die Offline-Nutzung auf dem Smartphone speichern. Hierzu muss man die Adresse maps.nokia.com eingeben und die Karte speichern. Das Kartenmaterial ganzer Länder lässt sich aber nur auf Nokia-Geräten und künftig auf Windows-Phone-8-Smartphones installieren.

Auf Odyssee in Hongkong mit Apple Maps

Quelle: YouTube/ReutersTV)

Apple Maps vs. Google Maps vs. Nokia Maps

Einen Seitenhieb gegen Apple konnte sich Rivale Nokia offenbar nicht verkneifen. Eine im Firmenblog veröffentlichte Infografik soll den Lesern die Mankos von Apples Kartendiensten vor Augen führen. Der Vergleich scheint fair zu sein, wenn auch nicht umfassend. (owi)

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