Brasilien: Apple muss wegen des fehlenden Netzteils iPhone-Kunde 1000 Franken zahlen
Aktualisiert

BrasilienApple muss wegen des fehlenden Netzteils iPhone-Kunde 1000 Franken zahlen

Apple liefert seit 2020 bei seinen iPhones keine Netzteile mehr mit. Der Technologie-Gigant begründet dies mit einem Beitrag zum Umweltschutz. Das liess sich ein brasilianischer Kunde nicht gefallen – und bekam recht.

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Seit 2020 liefert Apple zu seinen iPhones keine Netzteile mehr mit.

Seit 2020 liefert Apple zu seinen iPhones keine Netzteile mehr mit.

imago/Eibner
Apple begründet dies mit dem Umweltschutz.

Apple begründet dies mit dem Umweltschutz.

20min/Marco Zangger
Der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino argumentiert, dass die meisten Personen bereits Ladegeräte besässen, und sie diese weiterverwenden könnten.

Der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino argumentiert, dass die meisten Personen bereits Ladegeräte besässen, und sie diese weiterverwenden könnten.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Weil Apple bei den iPhones keine Netzteile mehr mitliefert, hat ein verärgerter Kunde den Konzern verklagt.

  • Ein Gericht hat nun entschieden, dass Apple dem Kunden 1000 Franken Entschädigung zahlen muss.

  • Apple steht auch wegen seines Lightning-Steckers in der Kritik. In der EU kommt nun die Einführung von einheitlichen Handy-Ladesteckern voran.

Dass Apple zu seinen Smartphones seit 2020 keine Netzteile mehr beilegt, beschäftigt die Justiz in Brasilien. Laut den dortigen Verbraucherschützern sollten Kundinnen und Kunden beim Kauf eines Smartphones erwarten dürfen, dass auch die Stromversorgung des Geräts gewährleistet ist. Ein iPhone-Kunde hat den US-Technologie-Konzern nun wegen des fehlenden Netzteils verklagt, wie Heise.de berichtet. Ein Richter in São Paulo gab dem verärgerten Kläger nun recht. Laut des Urteils habe sich Apple der sogenannten Koppelgeschäfte schuldig gemacht. Diese sind in Brasilien explizit verboten. Apple muss dem verärgerten Kunden nun 1000 Franken Entschädigung bezahlen. Das entspricht in etwa dem Preis eines neuen iPhones. Sollte das Urteil durch alle Instanzen kommen, könnte das für Apple eine äusserst teure Angelegenheit werden.



Apple begründet das Weglassen von Zubehör mit dem Umweltschutz. Der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino argumentiert, dass die meisten Personen bereits Ladegeräte besässen, und sie diese weiterverwenden könnten. Der Konzern rechnet vor, dass mit dieser Massnahme das Kohlendioxid-Äquivalent von 450’000 Autos im Jahr eingespart würden. Ausserdem würden die Verpackungen schrumpfen. Ein Original-Netzteil von Apple mit einer Leistung von 30W kostet in der Schweiz rund 55 Franken.

Lightning-Anschluss droht in der EU das Aus

Apple geriet in der Vergangenheit auch wegen der sogenannten Lightning-Anschlüssen wiederholt in die Kritik. Dabei handelt es sich um einen Stecker, der nur bei Apple-Geräten zur Anwendung kommt. Nun kommt die Einführung von einheitlichen Handy-Ladesteckern in der EU voran. Der Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments stimmte am Mittwoch dafür, Stecker im Format USB-C für alle Handys und elektronischen Geräte einzuführen. Ausnahmen soll es nur für Geräte geben, die zu klein sind für diesen Anschluss, etwa Smart Watches. Apple wehrt sich bisher erbittert gegen die Einheitslösung. Derzeit existieren noch drei verschiedene Systeme: Der Mikro-USB-Anschluss, die neuere Verbindung über USB-C sowie Lightning von Apple.

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(AFP/job)

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