Aktualisiert 31.03.2010 14:42

In die Luft gegangen

Apple-Opfer nahm kein Schweigegeld

Kaum eingeschaltet, schon explodierte der iPod einer 11-Jährigen aus England. Es ist nicht das erste Mal, dass diese Multimediaplayer die Gesundheit ihrer Besitzer gefährden.

von
hst

Ken Stanborough aus Liverpool schenkte seiner Tochter Ellie vor einem Monat einen iPod. Wie die Zeitung «The Times» berichtet, hatte die 11-Jährige aber nicht lange Freude daran. Denn als der Vater den Multimediaplayer einschaltete, wurde dieser sehr heiss und machte ungewöhnliche Geräusche. Ken Starborough reagierte schnell und warf ihn durch die Hintertür seines Hauses nach draussen. 30 Sekunden später explodierte der iPod.

Stanborough wandte sich an Apple. Der Hersteller lehnte jede Verantwortung ab, bot aber eine Entschädigung in unbekannter Höhe an. Der 47-Jährige hätte laut einem Vertrag mit dem IT-Konzern allerdings Stillschweigen bewahren müssen. Stattdessen ging der empörte Kunde an die Öffentlichkeit. «Wir wollten gar keine Entschädigung, sondern nur unser Geld zurück. Apple wollte uns aber verbieten, irgendwem von der Sache zu erzählen», sagte Stanborough dem Blatt. Ein Apple-Sprecher wollte den Fall gegenüber der Zeitung nicht kommentieren, weil das Unternehmen sich den iPod noch nicht genauer angeschaut habe.

Wie gizmodo.com schreibt, dokumentierten allein US-Verbraucherschützer mittlerweile 15 Fälle, in denen iPod-Akkus für ein vorzeitiges Ende der Geräte sorgten. Die Webseite beruft sich auf einen Bericht des TV-Senders KIRO 7. Dessen Reporterin hatte eine entsprechende Liste der Consumer Product Safety Commission (CPSC) mit iPod-Unfällen erhalten. Apples Anwälte hatten die Herausgabe immer wieder verzögern können. Die CSPC ist eine Organisation zur Qualitätssicherung von Produkten. Allein bis September 2008 wurden bislang mehr als 170 Millionen iPods verkauft. Im vergangenen August hatten japanische Behörden vor dem iPod nano gewarnt, denn dieser stelle wegen 14 Fällen, in denen er sich entzündet habe, ein Sicherheitsrisiko dar. Zwei Jahre zuvor hatte Apple 1,8 Millionen Notebook-Akkus zurückrufen müssen, weil diese leicht zu Kurzschlüssen und Bränden führen konnten. Das Unternehmen gab damals dem Hersteller der Akkus, Sony, die Schuld.

Explosives iPhone 3G

Die holländische Seite iphonenieuwsblog.nl berichtete unterdessen vergangene Woche über einen gewissen Peter aus Leiden, dem kürzlich sein iPhone 3G explodiert sein soll. Dabei soll es ein grosses Loch in den Beifahrersitz gebrannt haben. Der Besitzer kam nach eigenen Angaben ohne Verletzungen davon. Weder sein Provider, T-Mobile noch Apple sollen dem Opfer bislang eine Entschädigung angeboten haben.

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