Gestohlene Daten - Apple von Hackern um 50 Millionen Dollar erpresst
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Gestohlene DatenApple von Hackern um 50 Millionen Dollar erpresst

Eine russische Hacker-Gruppe hat sich Zugriff auf die Systeme und Daten eines der grössten Apple-Ausrüster verschafft. Nun drohen sie mit der Veröffentlichung der Daten, falls Apple das geforderte Lösegeld nicht bezahlt.

von
Dominique Zeier
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Apple ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden.

Apple ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden.

REUTERS
So ist es einer russischen Hacker-Gruppe gelungen, sich in die Systeme eines der grössten Apple-Ausrüster einzuhacken.

So ist es einer russischen Hacker-Gruppe gelungen, sich in die Systeme eines der grössten Apple-Ausrüster einzuhacken.

Unsplash
Es handelt sich um die Firma Quanta Computer Inc., die hauptsächlich Macbooks herstellt.

Es handelt sich um die Firma Quanta Computer Inc., die hauptsächlich Macbooks herstellt.

Apple

Digital

  • Russische Hacker der Gruppe REvil haben die Systeme des Unternehmens Quanta Computer Inc. infiltriert.

  • Dabei handelt es sich um einen der grössten Apple-Ausrüster, der hauptsächlich Macbooks herstellt.

  • Die Hacker sollen Ransomware auf den Systemen von Quanta installiert haben.

  • Nun erpressen die Cyber-Kriminellen Apple und verlangen 50 Millionen Dollar, um die gestohlenen Daten nicht publik zu machen.

Eigentlich hätte es eine gute Woche für Apple sein sollen: Am Dienstag fand der Frühlingsevent «Spring Loaded» statt, an welchem das Unternehmen verschiedenste neue Produkte wie den neuen iMac, den AirTag oder das neue iPad Pro vorgestellt hat. Im Hintergrund liefen gleichzeitig aber einige Dinge ab, die Apple alles andere als glücklich machen dürften.

So hat die russische Hacker-Gruppe REvil noch am selben Tag des Apple-Events einen Blogpost im Darknet veröffentlicht, in welchem sie behaupten, das Netzwerk des Unternehmen Quanta Computer Inc. infiltriert zu haben. Die Firma, die ihren Hauptsitz in Taiwan hat, ist eine der grössten Apple-Ausrüster überhaupt und besonders auf die Herstellung von Macbooks spezialisiert.

Pünktlich zum Apple-Event

Tatsächlich soll REvil einer «der grössten Angriffe überhaupt» gelungen sein, wie ein Gruppenmitglied, dass sich schlicht «Unknown» nennt, schreibt. So sei Quanta das bisher grösste Opfer der Hacker-Gruppe. Laut «Bloomberg» gesteht auch Quanta den grossen Hack ein, gibt aber nicht öffentlich bekannt, wie viele Daten genau betroffen sind und um welche Art von Daten es sich handelt.

Pünktlich zum Ende des Apple-Events am Dienstag postete REvil Schemata ins Darknet, die einen neuen Apple-Laptop zeigen sollen. Es soll sich dabei um ein noch nicht angekündigtes Macbook-Modell handeln, das erst im März 2021 entworfen worden sein soll.

«Eigentum von Apple»

Damit aber nicht genug. REvil behauptet ebenfalls, Ransomware auf den Quanta-Systemen installiert zu haben. So sei es ihnen gelungen, «alle lokalen Netzwerkdaten zu stehlen und zu verschlüsseln.» Nun verlangt die Hacker-Gruppe von Apple direkt ein Lösegeld in Höhe von 50 Millionen Dollar, wenn das Unternehmen den Zugriff auf die Netzwerke und Daten zurückerhalten möchte, wie «The Verge» berichtet. Ausserdem drohen die Hacker damit, weiterhin geheime Informationen zu veröffentlichen. Für das Lösegeld haben die Erpresser eine Frist bis zum 1. Mai gesetzt. Bis dahin wolle REvil jeden Tag weitere Leaks veröffentlichen, um zu vermitteln, dass ihre Drohungen ernst gemeint seien.

Was ist Ransomware?

Bei Ransomware handelt es sich um sogenannte Erpressungssoftware oder Erpressungstrojaner, mit welchen Cyber-Kriminelle Daten auf den Systemen ihrer Opfer verschlüsseln können. Wer den Schlüssel nicht kennt, hat also fortan einen Zugriff mehr auf diese Daten. Meist verlangen die Hacker anschliessend Lösegeld für die Herausgabe des Schlüssels.

Tatsächlich hat REvil bereits mehrere Pläne inklusive Seriennummern und Angaben zur Grösse und Eigenschaften von Geräten veröffentlicht, die von Apple stammen sollen. Alle geleakten Dokumente sind mit dem Vermerk versehen: «Dies ist Eigentum von Apple und muss zurückgegeben werden.» Apple hat sich offiziell noch nicht zu den Erpressungsversuchen geäussert.

Die Hacker-Gruppe

Es ist nicht das erste Mal, dass die russische Hacker-Gruppe auf sich aufmerksam macht. So gelang es ihnen im Jahr 2020, eine Anwaltskanzlei zu hacken, die Donald Trump vertreten haben soll. Ausserdem hackten sie sich im Jahr 2019, nur eine Woche vor einem Wahltag, in ein Wahlsystem in Louisiana, USA, ein. Darüber hinaus ist die Gruppe für Angriffe auf verschiedensten Unternehmen wie beispielsweise den Computerhersteller Acer bekannt.

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