Goldesel: Apple Watch bringt Apple grösste Marge aller Zeiten
Aktualisiert

GoldeselApple Watch bringt Apple grösste Marge aller Zeiten

Bei Apple läuft es rund. Mit der Apple Watch verkauft sich auch das neuste Produkt des Konzerns blendend – mit enormer Gewinnmarge.

von
Kaspar Wolfensberger

Lange hatten die Fans auf sie gewartet. Seit einiger Zeit ist die Apple Watch nun in einigen Ländern erhältlich und verkauft sich ausgezeichnet. Für den Konzern aus dem kalifornischen Cupertino sind dies ausgezeichnete Nachrichten. Vor allem, weil die Margen auf den Verkauf der intelligenten Uhr enorm sind, wie die UBS mit einer Studie herausgefunden hat.

Ein Hauptgrund für den grossen Gewinn von Apple ist der sehr günstige Herstellungsprozess der Apple Watch. So kostet diese in der Fertigung pro Stück sieben Dollar. Drei Dollar kommen für die Inspektion obendrauf – ein kleiner Bruchteil des Verkaufspreises, der im Fall einer Apple Watch Sport mindestens 349 Dollar beträgt.

Mehr als 50 Prozent möglich

Trotz dieser günstigen Produktionskosten bleibt den Herstellerfabriken in China noch eine kleine Marge. Den grössten Gewinn macht aber Apple selbst. Wie die Analysten der UBS schreiben, beträgt die durchschnittliche Marge des Konzerns derzeit etwa 34 Prozent. Wenn nicht eine ganze Reihe von Produktionsfehlern derzeit die Kosten nach oben treiben würden, könnte die Marge noch höher sein. Längerfristig dürfte sie somit die 50-Prozent-Marke überschreiten.

Produziert wird die Apple Watch übrigens im Gegensatz zu den iPhones nicht von der vielkritisierten chinesischen Firma Foxconn. Wie die UBS in ihrem Report schreibt, übernimmt die taiwanesische Quanta die Montage der intelligenten Uhr. Auch sie lässt allerdings in Südchina produzieren, nicht in Taiwan selbst. Und das führt zu Problemen: Über 30 Prozent der gelieferten Bestandteile müssten weggeworfen werden, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Ansonsten wären die schon tiefen Produktionskosten noch vernachlässigbarer.

Material macht Hälfte der Produktionskosten aus

Die Bauteile für den Handgelenk-Computer bezieht Apple von verschiedensten Herstellern. Von österreichischen Antennenverstärkern der Firma AMS für 40-Euro-Cents pro Stück bis hin zu Computerchips der chinesischen Firma USI werden in der Apple Watch somit Teile verschiedenster Firmen verbaut. Insgesamt geht etwa die Hälfte der Produktionskosten der Apple Watch für die Materialien drauf.

Das Verbauen von Teilen dieser sehr unterschiedlichen Anbieter, aber auch die Tatsache, dass Apple laut Experten erst kurz vor der Lancierung der Uhr noch deren Design verändert hat, führt zum aktuell noch sehr hohen Anteil an Ausschussware. Auch eine teure Lagerhaltung drücken noch auf die Marge von Apple. Aus all diesen Gründen liegt die Marge derzeit noch nicht bei dem angestrebten Wert von über 50 Prozent.

Sehr viele Vorbestellungen

Erreicht Apple diesen Wert jedoch tatsächlich, so wäre die Apple Watch das Produkt des Konzerns mit der höchsten Marge überhaupt. Bei den meisten anderen Apple-Produkten liegt diese bei etwa 40 Prozent. Ob sich solche Prognosen als Illusion erweisen, sei offen, schreibt der «Tages-Anzeiger». Klar sei aber, dass die Vorbestellungen für die Apple Watch höher liegen als angenommen und der Grauhandel weltweit bereits auf vollen Touren laufe.

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