Kreative Buchhaltung: Apple zahlt dank Trick nur 1,9 Prozent Steuern
Aktualisiert

Kreative BuchhaltungApple zahlt dank Trick nur 1,9 Prozent Steuern

Clevere Apple-Manager: Durch legale Buchhaltungskniffe zahlte der IT-Gigant zuletzt nur einen Steuersatz von 1,9 Prozent. Apple wickelt Gewinne über Länder mit Dumping-Steuersätzen ab.

Apple-Chef Tim Cook ist ein Sparfuchs.

Apple-Chef Tim Cook ist ein Sparfuchs.

Apple drückt mit legalen Mitteln im grossen Stil seine Abgabenlast: Auf Einnahmen ausserhalb der USA zahlte der kalifornische Elektronikkonzern im vergangenen Fiskaljahr einen Einkommenssteuersatz von 1,9 Prozent.

Bei einem Jahresgewinn von 36,8 Milliarden Dollar im Ausland musste das wertvollste Unternehmen der Welt lediglich 713 Millionen Dollar Steuern zahlen, wie aus Steuerunterlagen hervorgeht, die Apple Ende Oktober einreichte. 2011 hatte Apple bei einem Jahresgewinn von 24 Milliarden Dollar noch 2,5 Prozent Steuern gezahlt.

Apple zahlt zwar teilweise in den jeweiligen Ländern eine Einkommenssteuer, doch durch legale Buchhaltungstricks, die auch andere internationale Konzerne anwenden, verschiebt das Unternehmen Profite in Länder mit niedrigen Steuersätzen. Ein Trick trägt beispielsweise den Namen «Doppel irisch mit einem niederländischen Sandwich». Gewinne werden über irische und niederländische Ableger und weiter in die Karibik abgeleitet.

Englands Politiker empört

Wie die britische Zeitung «The Guardian» berichtet, will das Londoner Parlament den Multis wegen derartiger Praktiken auf den Zahn fühlen. Die US-Unternehmen Google, Amazon und Starbucks sollten noch am Montag vor dem Haushaltsausschuss erklären, warum sie so wenig Steuern in Grossbritannien entrichten.

Recherchen des «Guardian» ergaben, dass vier der bekanntesten US-Unternehmen - Amazon, Facebook, Google und Starbucks - in den vergangenen vier Jahren nur 30 Millionen Pfund bei einem Umsatz von mehr als 3,1 Milliarden Pfund entrichteten. (dapd)

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