Shut the fuck up: Apple zensiert Schweizer Offline-App
Aktualisiert

Shut the fuck upApple zensiert Schweizer Offline-App

Die App STFU belohnt Offline-Zeit. Nun kommt Apple dem Schweizer Start-up in die Quere und will die Erfindung nicht in den Store aufnehmen.

von
D. Vollenweider

Endlich wieder Ruhe: Die App der Schweizer Jungunternehmer Mirco Fehr und Danijel Sljivo belohnt Offline-Zeit. Der Name der App – Shut the fuck up (kurz STFU) – suggeriert, worum es bei der App wirklich geht: Kein Handy, das mitten im Gespräch klingelt. Der Name ist eigentlich nicht unpassend. Doch Apple ist der Ausdruck, der übersetzt in etwa «Halt verdammt noch mal den Mund» heisst, zu vulgär. Das Start-up versucht seit zwei Monaten, in den App Store von Apple zu kommen. Vergebens. Zuerst kritisierte das Unternehmen aus Kalifornien den Namen, dann das Logo und dann das Bild.

Die zwei Betriebsökonomen Fehr und Sljivo haben auf die Kritik reagiert, den Namen geändert und das Logo auf dem Bild verpixelt (mehr dazu in der Bildstrecke). Auch das wollte Apple nicht akzeptieren. Jede Woche werde erneut etwas beanstandet, sagt Fehr. «Wir haben inzwischen auch das Altersranking angepasst, obwohl an der App nichts Anzügliches ist.» Derzeit sei das Mindestalter auf 17 Jahre festgesetzt.

Keine Probleme mit Google

Für Android gibt es die App bereits seit Mai 2015. Rund 3000-mal wurde sie im Google Play Store bereits heruntergeladen. Google hatte mit dem Namen offensichtlich keine Probleme. In den App Store von Apple zu kommen, ist jedoch bedeutend schwieriger. Die Apps unterliegen einer strengen Kontrolle, bevor sie angenommen werden. «Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig, als unseren Namen zu ändern», sagt Fehr zu 20 Minuten. Denn um in der Schweiz eine grosse Reichweite zu haben, müsse man iOS-kompatibel sein. Um das zu erreichen, haben die Jungunternehmen erneut 5000 Franken in die App investiert. Ins Leben gerufen wurde das Start-up über die Crowdfunding-Plattform 100-days.net, wo das Projekt mit 10'000 Franken finanziert wurde.

STFU belohnt Offline-Zeit. Wer die App startet, muss den Offline-Modus aktivieren und sein Handy auf Flugmodus schalten. Ab dann zählt ein Timer, wie lange der User offline bleibt. Je nachdem, ob das drei Minuten oder 48 Stunden sind, erhält der Nutzer eine Belohnung. Dies kann beispielsweise ein Gutschein für einen Online-Shop oder ein Rabatt auf eine Hotelübernachtung sein. Um solche Gutscheine anbieten zu können, arbeitet das Start-up mit diversen Unternehmen wie Dein Deal, Stadtlandkind und Hotel Ermatingerhof zusammen. «Derzeit sind es rund 20 Partner», so Fehr.

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