Aktualisiert

Arafat distanziert sich von El-Aksa-Führern

Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat mehr als 20 Führer der radikalen El-Aksa-Brigaden aus seinem Hauptquartier in Ramallah verwiesen.

Unter den Ausgewiesenen ist auch Ali Barguti, Neffe des in Israel inhaftierten Fatah-Chefs Marwan Barguti. Er übte scharfe Kritik an Arafat. «Das ist ein Verbrechen, weil wir vor allem anderen Mitglieder der Fatah sind und er uns schützen muss», sagte Barghuti der Nachrichtenagentur AFP.

Arafat habe den Befehlen Israels nachgegeben, die mit dem Angriff auf das Hauptquartier gedroht hätten, sagte Barghuti. Er und seine Kollegen seien nun auf sich gestellt und müssten sich auf eigene Faust einen Unterschlupf suchen.

Die El-Aksa-Brigaden gehören zur Fatah-Organisation von Jassir Arafat. Nach Angaben Barghutis versteckten sich die Anführer etwa drei Jahre lang in Arafats Amtssitz El Mukata vor Israel.

Hussein el Scheich, ein Führungsmitglied der Fatah-Organisation, stellte den Abzug der El-Aksa-Chefs etwas anders an. Er sagte, die Männer seien davon überzeugt, dass es besser sei, das Gelände zu verlassen als eine Verletzung Arafats oder eine Verschärfung seines Belagerungszustandes zu riskieren. «Der Präsident wusste nicht, dass sie gehen wollten», fügte er hinzu.

Die israelische Regierung hatte Arafat wiederholt vorgeworfen, Extremisten Unterschlupf zu gewähren. Der Chef der Autonomiebehörde wird seit Dezember 2001 von der israelischen Armee in seinem Amtssitz blockiert.

Drei Tote

In Tulkarem erschossen Soldaten am Donnerstag drei führende Mitglieder der El-Aksa-Brigaden. Zwei von ihnen sind angeblich verantwortlich für einen Anschlag auf eine Siedlung bei Tulkarem mit einem Toten. Bei dem dritten Getöteten handelt es sich laut Armee um den örtlichen Führer der El-Aksa-Brigaden in Tulkarem.

Scharons Aufruf

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon rief die rund 200 000 Mitglieder seiner Likud-Partei unterdessen zur Zustimmung für seinen Abtrennungsplan auf. In einer Rede vor dem Parlament in Jerusalem sprach Scharon von einer schicksalsträchtigen Entscheidung.

Wer grosse jüdische Siedlungsblocks im Westjordanland und die Unterstützung der USA für die Politik Israels erhalten wolle, müsse für den Plan stimmen.

Der Aufruf folgte der Veröffentlichung einer neuen Meinungsumfrage in der Tageszeitung «Haaretz», wonach derzeit 44 Prozent der Likud-Mitglieder für den Plan stimmen wollen, aber etwa 40 Prozent dagegen sind. (sda)

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