Französische Staatsanwaltschaft : Arafat starb eines natürlichen Todes
Aktualisiert

Französische Staatsanwaltschaft Arafat starb eines natürlichen Todes

In der juristischen Aufarbeitung des Todes von Palästinenserführer Jassir Arafat schliesst die französische Staatsanwaltschaft eine Vergiftung aus.

Aus dem Keystone-Archiv: Palästinenserführer Jassir Arafat und Benjamin Netanjahu 1996 während einer Pressekonferenz im Weissen Haus, eingeladen vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton.

Aus dem Keystone-Archiv: Palästinenserführer Jassir Arafat und Benjamin Netanjahu 1996 während einer Pressekonferenz im Weissen Haus, eingeladen vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton.

Die in Proben aus Arafats Grab nachgewiesenen Spuren radioaktiven Poloniums seien «natürlichen Ursprungs». Das sagte die Staatsanwältin von Nanterre, Catherine Denis, am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Arafats Witwe Suha hatte im Jahr 2012 in Frankreich Anzeige gegen unbekannt wegen Mordes erstattet. Nach der Öffnung seiner Grabstätte veröffentlichte Ergebnisse zweifelte sie an.

Schweizer Toxikologen schlossen Vergiftung nicht aus

Arafat war am 11. November 2004 in einem Militärspital bei Paris im Alter von 75 Jahren gestorben. Da seine Witwe damals eine Obduktion ablehnte, blieb die Todesursache zunächst unklar.

Im Zuge der Ermittlungen der französischen Justiz wurde Arafat im November 2012 exhumiert und drei Expertenteams in der Schweiz, Frankreich und Russland mit strikt getrennten Untersuchungen der 60 entnommenen Gewebeproben betraut.

Nach den französischen Experten kamen Ende 2013 auch russische Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Arafat eines natürlichen Todes gestorben sei. Zuvor hatten allerdings Schweizer Toxikologen eine Vergiftung mit Polonium nicht ausgeschlossen. Sie gaben an, eine erhebliche Konzentration des hochgiftigen Stoffs nachgewiesen zu haben.

Viele Palästinenser verdächtigen Israel, Arafat vergiftet zu haben, was Israel vehement zurückweist. Der radioaktive Stoff Polonium, der auch in geringer Dosis tödlich wirkt, war im Jahr 2006 verwendet worden, um den früheren russischen Spion Alexander Litwinenko in London zu ermorden. (sda)

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