Arafats Neffe erhält Krankenakte - Ehefrau Suha tobt
Aktualisiert

Arafats Neffe erhält Krankenakte - Ehefrau Suha tobt

Frankreich hat die Krankenakte des verstorbenen palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat ungeachtet des Protests seiner Witwe an seinen Neffen Nasser al Kidwa übergeben.

Das teilte General Christian Estripeau, der Sprecher des Gesundheitsdienstes der französischen Streitkräfte, am Montag mit. Arafat starb am 11. November im Militärkrankenhaus Percy bei Paris. Die Todesursache ist bislang nicht veröffentlicht worden.

Suha hatte dem Krankenhaus am Sonntag mit Konsequenzen gedroht, sollte es die Akte an Kidwa übergeben, der auch palästinensischer Botschafter bei den Vereinten Nationen ist. Er hat jedoch nach Angaben der französischen Behörden als Verwandter das Recht, die Unterlagen entgegenzunehmen und gegebenenfalls auch zu veröffentlichen. Kidwa traf am Sonntag in Paris ein, um die Krankenakte einzusehen.

Suha Arafat drohte in einer von ihren Anwälten am Sonntagabend veröffentlichten Erklärung Konsequenzen an, sollte der Befund anderen Familienangehörigen übergeben werden. «Frau Arafat versteht vollkommen die vorhandenen diplomatischen und historischen Gründe, was aber nicht heisst, dass der Staat das Recht ignorieren sollte», hiess es in der Erklärung. Ihr Anwalt Philippe Plantade wollte sich nicht dazu äussern, ob rechtliche Schritte geplant seien. «Ich werde keine Frage zu dem Kommuniqué oder dessen Interpretation beantworten», sagte er telefonisch der Nachrichtenagentur AP.

Von palästinensischer Seite ist wiederholt der Verdacht geäussert worden, Arafat könnte von Israel vergiftet worden sein. Dies wurde jedoch nicht nur von Israel, sondern auch von ranghohen palästinensischen Politikern zurückgewiesen. (dapd)

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