Ex-Coach: Aragonés kritisiert Spanien hart
Aktualisiert

Ex-CoachAragonés kritisiert Spanien hart

Nach der Pleite gegen die Schweiz hat sich Spaniens Ex-Trainer Luis Aragonés zu Wort gemeldet: Sowohl die Spieler als auch seinen Nachfolger kritisiert er hart.

von
Marco Lüssi
Ein Bild aus gemeinsamen, erfolgreichen EM-Tagen: Luis Aragones mit Starspieler Fernando Torres.

Ein Bild aus gemeinsamen, erfolgreichen EM-Tagen: Luis Aragones mit Starspieler Fernando Torres.

Eisig war gestern, am Tag nach der schmachvollen Niederlage, die Stimmung im Camp der Spanier im Potchefstroom – und dazu passten die Aussentemperaturen von minus fünf Grad Celsius. Seine zusammengepressten Lippen ver­rieten, dass Trainer Del Bosque noch immer wütend war. «Es ist kein gutes Omen, dass wir das erste Spiel verloren haben. Noch nie hat ein Weltmeister die erste Partie verloren», grummelte er. Für Del Bosque ist diese Pleite aber nicht die Folge eigener Fehler, sondern eine böse Laune des Schicksals: «Verlieren kann man immer, aber dieses Mal haben wir es nicht verdient.»

Anders sieht es sein Vorgänger Luis Aragonés, der die Spanier 2008 zum Europameister-Titel geführt hatte. Er fand gestern harte Worte für sein einstiges Team: «Spanien hat ohne Überzeugung gespielt, den Spielern fehlte die Siegermentalität.» Bei der Suche nach freien Räumen hätten sie die Schnelligkeit vermissen lassen. Besonders heftig kritisiert Aragonés, der zuletzt als Trainer von Fenerbahce Istanbul entlassen worden ist, seinen Nachfolger: «Die Mannschaft wurde in diesem Match sehr schlecht gecoacht, die Wechsel kamen zu spät.» Del Bosque wollte sich nicht auf einen Schlagabtausch mit seinem Vorgänger einlassen: «Das ist nur eine Meinung und mehr nicht», sagte er, als er darauf angesprochen wurde. Dass für Spanien noch nicht alles vorbei ist, glaubt selbst Aragonés: «Sie werden gut ­reagieren und sich für die nächste Runde qualifizieren.» Zu den Favoriten für den WM-Titel gehöre Spanien aber nicht.

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