Aktualisiert 26.07.2018 17:07

DS Schiller

Arbeit im Maschinenraum bei bis zu 45 Grad

Auf Deck der DS Schiller geht ein kühles Lüftchen, die Gäste geniessen die Fahrt. Im Bug schuften die Maschinisten für sie bei drückender Gluthitze.

von
mme

Es ist Postkartenwetter dieser Tage in Luzern. Auf den Aussendecks des 112-jährigen Dampfschiffes Schiller der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee lässt der Fahrtwind die aktuelle Gluthitze vergessen, die Passagiere geniessen Landschaft und Schiff.

Nichts von dem bekommt Heimo Haas mit. Er ist Maschinist und arbeitet im Bauch des DS Schiller. Vom lauen See-Lüftchen kann er nur träumen: Schon oberhalb seines Maschinenraums zeigt das Thermometer 33 Grad. Steigt er hinab an seinen Arbeitsplatz, übersteigt das Quecksilber die 34 Grad-Marke.

«Früher waren die Maschinisten arme Cheiben»

Aber das ist noch gar nichts: «Hinten beim Heizkessel ist es 40 bis 45 Grad. Doch dort sind wir zum Glück nur selten», sagt Haas. In der Abwärme der Maschinen «kommen wir natürlich schon ins Schwitzen, sogar wenn wir mal nicht viel machen müssen.» Man gewöhne sich daran. Mitleid hat er mit seinen Vorgängern. «Wir müssen heute froh sein. Früher haben sie im Maschinenraum Kohle reingeschaufelt, die müssen anders geschwitzt haben, das waren arme Cheiben.»

Heute wie früher sind Dampfer attraktiv – und Haas liebt seinen Job. «Die sichtbare Technik ist faszinierend.» Der Maschinist malocht siebeneinhalb Stunden unten im höllisch heissen Bauch des Schiller – damit den Gästen oben der Fahrtwind ins Gesicht zieht.

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