Daten verraten es: Arbeiten wir heute mehr als je zuvor?

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Daten verraten esArbeiten wir heute mehr als je zuvor?

In der heutigen hektischen Welt der ständigen Erreichbarkeit ist es leicht anzunehmen, dass wir alle im Grossen und Ganzen mehr arbeiten als je zuvor. Aber ist das wirklich der Fall? Ein Blick zurück.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Früher war alles besser? Mitnichten! Vor allem nicht, wenn es um die Entwicklung der Arbeitszeit geht. Das zeigt der Blick auf die Geschichte.

Früher war alles besser? Mitnichten! Vor allem nicht, wenn es um die Entwicklung der Arbeitszeit geht. Das zeigt der Blick auf die Geschichte.

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Für Menschen im Mittelalter (500 bis 1500 n. Chr.) dürfte der Wunsch nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance absurd angemutet haben. Phasen des Schaffens und Phasen der Ruhe gingen ineinander über. Wohn- und Arbeitsort waren üblicherweise nicht getrennt.

Für Menschen im Mittelalter (500 bis 1500 n. Chr.) dürfte der Wunsch nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance absurd angemutet haben. Phasen des Schaffens und Phasen der Ruhe gingen ineinander über. Wohn- und Arbeitsort waren üblicherweise nicht getrennt.

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Die Menschen waren fast ausnahmslos in Familienbetrieben tätig. Auch Kaufleute organisierten ihre Arbeit meist so. Die Angestellten – etwa Gesellen und Mägde – galten als Teil der Familie, die keinen Lohn, sondern häufig nur Kost und Logis erhielten. Die Erwirtschaftung des täglichen Lebensbedarfs stand im Vordergrund. Erst im späten Mittelalter wurde Lohn zum Thema.

Die Menschen waren fast ausnahmslos in Familienbetrieben tätig. Auch Kaufleute organisierten ihre Arbeit meist so. Die Angestellten – etwa Gesellen und Mägde – galten als Teil der Familie, die keinen Lohn, sondern häufig nur Kost und Logis erhielten. Die Erwirtschaftung des täglichen Lebensbedarfs stand im Vordergrund. Erst im späten Mittelalter wurde Lohn zum Thema.

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Darum gehts

  • Wer von der Arbeit geschafft ist, kann schon mal meinen, dass niemand je mehr gearbeitet hat als er oder sie selbst.

  • Doch die Annahme ist falsch. 

  • Noch vor 150 Jahren arbeiteten die Menschen etwa doppelt so lange wie heute. 

Weniger arbeiten, mehr Freizeit – das wünschen sich viele – vor allem junge – Menschen für ihr Leben. Die Vorstellungen reichen von reduzierten Pensen bis hin zu einer Viertagewoche (siehe Box) bei gleichbleibendem Lohn wie in Island oder Belgien. In der Schweiz ist das bisher nur in einzelnen Firmen möglich. Andere sind nach einem Testlauf zur Fünftagewoche zurückgekehrt.

Viertagewoche

Die Viertagewoche ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem die Anzahl an Arbeitstagen in einer Arbeitswoche nicht wie bisher gängig fünf, sondern vier beträgt. Vorstellbar sind zwei Varianten: Bei der ersten werden die zu leistenden Arbeitsstunden auf vier Tage aufgeteilt. Man arbeitet also mehr Stunden pro Tag. Bei der Zweiten arbeiten die Arbeitnehmenden weniger, erhalten aber denselben Lohn.

Dabei geht es uns heute – verglichen mit früheren Zeiten – richtig gut. Die Jahresarbeitszeiten in der Schweiz haben sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts mehr als halbiert. Und das ohne, dass das Land ärmer geworden wäre. Die Bewohnerinnen und Bewohner anderer Länder, wie etwa Kambodscha, haben da weniger Glück: Obwohl sie deutlich länger arbeiten, steht es um das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt dort viel schlechter. 

Der Blick zurück zeigt auch, dass es Umbrüche, wie derzeit mit dem Wunsch nach Homeoffice sowie mehr Freizeit und Flexibilität, schon mehrfach gegeben hat.

Wie und warum sich Arbeitswelt und Arbeitszeiten vom Mittelalter bis heute entwickelt haben und wo wir heute stehen, erfährst du in der obigen Bildstrecke.

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