Volkszorn gegen Bosse: Arbeiter nehmen Firmenchef als Geisel
Aktualisiert

Volkszorn gegen BosseArbeiter nehmen Firmenchef als Geisel

Aus Protest gegen den geplanten Stellenabbau haben Angestellte des Mischkonzerns 3M in Frankreich den Direktor über Nacht als Geisel festgehalten. In Schottland wurde zur gleichen Zeit das Haus eines Topbankers verwüstet.

«Das ist das einzige Druckmittel, das wir haben», sagte ein Gewerkschaftsvertreter dem Sender France 3 am Mittwoch. Das Mittel, zu denen die Gewerkschafter griffen, ist drastisch. Die Arbeiter hielten die ganze Nacht lang «Wache» vor dem Büro des Firmenchefs, wie die Polizei am Mittwochmorgen bestätigte.

Die Angestellten protestieren gegen die geplante Streichung von etwa der Hälfte der 235 Stellen des Werkes in Pithiviers, südlich von Paris. Das Unternehmen begründet dies mit einem Rückgang der Nachfrage. In der vergangenen Woche hatten aufgebrachte Arbeiter den Chef von Sony France ebenfalls über Nacht als Geisel genommen.

Besitz eines Top-Bankers verwüstet

Zur gleichen Zeit entlud sich in Grossbritannien der Volkszorn gegen einen ehemaligen Top-Banker. Unbekannte sind in das Haus des früheren Chefs der Royal Bank of Scotland, Sir Fred Goodwin, eingedrungen und haben es verwüstet. Die Polizei erklärte, sie sei am Mittwochmorgen zu dem Haus in der schottischen Hauptstadt Edinburgh gerufen worden. An dem Haus und einem davor geparkten Auto seien Scheiben eingeschlagen worden.

Für Empörung hatte in der britischen Öffentlichkeit gesorgt, dass Goodwin jährlich 700.000 Pfund (755.000 Euro) Pension bekommt. Goodwin war im vergangenen Jahr als Chef der RBS zurückgetreten, weil das Unternehmen im Zuge der weltweiten Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten war.

(sda)

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