Apple-Zulieferer Foxconn: Arbeiter protestieren in Chinas grösster iPhone-Fabrik – Polizei schlägt zu

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Apple-Zulieferer FoxconnArbeiter protestieren in Chinas grösster iPhone-Fabrik – Polizei schlägt zu

Am Mittwoch ist es zu Protesten an der grössten iPhone-Fabrik Chinas in Zhengzhou gekommen. Videos zeigen Hunderte Menschen auf der Strasse, Bereitschaftspolizisten stellen sich ihnen in den Weg. 

Die Aufnahmen aus den sozialen Medien sollen Proteste und Ausschreitungen beim grössten iPhone-Werk der Welt in Zhengzhou zeigen.

20Minuten/Twitter

Darum gehts

  • Am Mittwoch ist es offenbar zu Protesten bei der grössten iPhone-Fabrik Chinas gekommen.

  • Videos zeigen Hunderte Menschen auf der Strasse, denen sich Personen in Schutzanzügen und Bereitschaftspolizisten in den Weg stellen.

  • Foxconn hatte zuletzt einen starken Anstieg der Corona-Infektionen in seiner Fabrik in Zhengzhou festgestellt, weshalb die taiwanische Firma die Anlage abriegelte.

An der grössten iPhone-Fabrik in China ist es am Mittwoch zu Protesten gekommen. Videos in den Onlinediensten Weibo und Twitter zeigten Hunderte Arbeiter, die am helllichten Tag an der Fabrik des Apple-Zulieferers Foxconn im zentralchinesischen Zhengzhou auf die Strasse gingen. Zu sehen war ein Grossaufgebot von Sicherheitskräften mit Schlagstöcken und Plastik-Schutzschildern, die versuchten, die Menschen zurückzudrängen. Dabei kam es zu Zusammenstössen. Zu sehen war auch, wie einige Arbeiter offenbar verletzt am Boden lagen. 

«Verteidigt unsere Rechte!»

Ein Ausschnitt aus einem Live-Video zeigte Dutzende von Arbeitern, die nachts vor einer Polizeikette und einem Polizeifahrzeug mit Blaulicht stehen und rufen: «Verteidigt unsere Rechte! Verteidigt unsere Rechte!» Ein Arbeiter schleift eine Metallabsperrung über den Boden, über einem Fahrzeug steigen Rauchwolken aus und im Hintergrund ruft eine Stimme: «Sie stürmen herein! Rauchbomben! Tränengas!»

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Bilder aus den sozialen Medien zeigen, wie Arbeiter der iPhone-Fabrik am hellichten Tag protestieren.

Bilder aus den sozialen Medien zeigen, wie Arbeiter der iPhone-Fabrik am hellichten Tag protestieren.

Video obtained via REUTERS
Einige Demonstranten stellten sich Menschen in Schutzanzügen und Bereitschaftspolizisten in den Weg.

Einige Demonstranten stellten sich Menschen in Schutzanzügen und Bereitschaftspolizisten in den Weg.

Video Obtained by REUTERS
Auf dem chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo war das Schlagwort «Foxconn-Unruhen» am Mittwochmittag (Ortszeit) blockiert.

Auf dem chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo war das Schlagwort «Foxconn-Unruhen» am Mittwochmittag (Ortszeit) blockiert.

REUTERS

Ein bei Tage aufgenommenes Foto zeigte die verkohlten Überreste eines Tores, das offenbar in der Nacht abgebrannt war. Auf dem chinesischen Mikroblogging-Dienst Weibo war das Schlagwort «Foxconn-Unruhen» am Mittwochmittag (Ortszeit) blockiert. Einige Textbeiträge, die sich auf die Proteste an der Foxconn-Fabrik bezogen, liessen sich zunächst aber noch aufrufen.

Tausende flüchteten von Firmengelände

Rund um das Foxconn-Werk in Zhengzhou, wo rund 200’000 Menschen beschäftigt sind, war es bereits vor einigen Wochen zu Unruhen gekommen. Tausende Mitarbeiter hatten aus Angst vor einer Infektion oder den strikten Massnahmen die Flucht ergriffen. Foxconn stellte Mitarbeitern daraufhin höhere Löhne in Aussicht, wenn sie sich dafür entscheiden sollten, trotz der Einschränkungen zurückzukehren. Doch das Werk operierte weiter in  einem so genannten «geschlossenen Kreislauf». Mitarbeiter durften damit das Werksgelände nicht verlassen.  

Das Unternehmen reagierte zunächst nicht auf eine Bitte der Nachrichtenagentur AFP um eine Stellungnahme zu den Unruhen.

Während der Rest der Welt versucht, mit dem Virus zu leben, verfolgt China unverändert eine strikte Null-Covid-Strategie mit Lockdowns, täglichen Massentests, strenger Kontrolle, Kontaktverfolgung und Zwangsquarantäne. Trotzdem hat die Zahl der Neuinfektionen gerade in den vergangenen Wochen wieder stark zugenommen.

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(AFP/DPA/bre)

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