Aus Solidarität: Arbeiterproteste in Bosnien weiten sich aus
Aktualisiert

Aus SolidaritätArbeiterproteste in Bosnien weiten sich aus

Bei Demonstrationen von tausenden unbezahlten Arbeitern in der Stadt Tuzla in Bosnien wurden mehr als 130 Menschen verletzt. Die Polizei setzte Tränengas und Hundestaffeln ein.

Bei Protesten tausender unbezahlter Arbeiter im Norden Bosniens ist es am Donnerstag zu schweren Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden mehr als 130 Menschen verletzt, davon 30 Demonstranten und 104 Polizisten. In der Stadt Tuzla bewarfen aufgebrachte Demonstranten ein örtliches Regierungsgebäude mit Steinen, woraufhin die Polizei mit dem Einsatz von Tränengas reagierte.

Die Menge wurde zurückgedrängt, kehrte aber später wieder zurück, umzingelte das leere Gebäude und setzte Reifen und Müll in Brand. Die Sicherheitskräfte wurden durch spezielle Hundestaffeln verstärkt. Mehr als 24 Menschen wurden bei den Ausschreitungen verletzt, darunter überwiegend Polizisten.

Die Proteste weiteten sich aus: Aus Solidarität mit den Arbeitern in Tuzla gingen tausende Bewohner der Städte Sarajevo, Zenica, Mostar und Bihac auf die Strasse.

Der Unmut entzündete sich am Dienstag an der Privatisierung von vier staatlichen Unternehmen, die jedoch später Insolvenz anmelden mussten. Die Zahlungen an die Arbeiter wurden eingestellt.

Schnell richtete sich die Wut der Demonstranten jedoch gegen die hohe Arbeitslosigkeit und grassierende Korruption unter Politikern. Die Erwerbslosenquote in Bosnien liegt bei fast 40 Prozent.

Schnell richtete sich die Wut der Demonstranten jedoch gegen die hohe Arbeitslosigkeit und grassierende Korruption unter Politikern. Die Erwerbslosenquote in Bosnien liegt bei fast 40 Prozent.

Deine Meinung