Wegen Krise: Arbeitgeber nutzen Praktikanten aus
Aktualisiert

Wegen KriseArbeitgeber nutzen Praktikanten aus

Schlechte Bezahlung oder miese Arbeit: Praktikanten müssen bei der Stellensuche genau hinschauen.

von
Fabienne Wittwer

Für Wiedereinsteiger, Branchenwechsler oder Studien­abgänger ist ein Praktikum eine gute Chance, Berufser­fahrung zu sammeln. Aber Achtung: Nicht überall, wo Praktikum drauf steht, ist auch Praktikum drin. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten nutzen viele Unternehmen Praktikanten als billige Arbeitskraft, weiss Kurt Amiet vom kaufmännischen Verband Bern. «Wir kennen einige ­Fälle, in denen Praktikanten schlicht ausgenutzt wurden.» Viele Anstellungsverhältnisse würden einfach als Praktikum bezeichnet, obwohl gar keine Ausbildung stattfinde. Deshalb hat der Verband jetzt einen Rat­geber geschrieben, in dem künftige Praktikanten, aber auch Firmen alles über Anstellungsbedingungen und Löhne während eines Praktikums nachlesen können.

Auch beim BIZ rät man zur Vorsicht: «Wir geben den Interessenten in Kurzgesprächen in unserer Infothek Hinweise, worauf sie besonders achten müssen», sagt Christoph Salzmann vom BIZ Bern-Mittelland. Die Aktion Lehrstellen und Praktikumsplätze (ALP) prüft die Praktikumsplätze sogar persönlich. «Aufgrund zum Teil schlechter Erfahrungen pflegen wir persönlichen Kontakt zu den Firmen und checken, ob diese auch wirklich seriös sind, bevor wir die jungen ­Leute vermitteln», so Severine Seiler von der ALP Grauholz.

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