24.08.2020 09:19

Staad SG Arbeitsloser klaut Boot und holt sich fetten Sonnenbrand

Ein schlafender Bootsfahrer, der über 2 Promille intus hatte, wurde im Mai von der Kapo SG aus dem Verkehr gezogen. Nun wurde er verurteilt.

von
Tabea Waser
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Am Samstagmorgen (9.5.2020) lief ein Mann auf einem Boot vor Staad SG auf Grund auf.

Am Samstagmorgen (9.5.2020) lief ein Mann auf einem Boot vor Staad SG auf Grund auf.

Leser-Reporterin
Die Polizisten bemerkten einen schlafenden Mann über dem Steuer des Boots.

Die Polizisten bemerkten einen schlafenden Mann über dem Steuer des Boots.

Leser-Reporterin
Es stellte sich heraus, dass er betrunken war.

Es stellte sich heraus, dass er betrunken war.

Leser-Reporterin

Darum gehts

  • Im Mai schlief in Staad SG ein Bootsfahrer über dem Steuer ein, worauf das Boot auf Grund lief.
  • Ein Alkoholtest ergab den Wert von 2,06 Promille.
  • Der Mann hatte das Boot entwendet und keine gültige Fahrerlaubnis.
  • Nun stand der Mann vor Gericht.
  • Er wurde zu einer teilbedingten Geldstrafe verurteilt.

«Ich war am Mittag am Ufer unterwegs. Das Boot war am Sinken. Es hatte ein Leck und füllte sich mit Wasser», erzählte eine Leser-Reporterin im Mai gegenüber 20 Minuten. Von anderen Passanten habe die 25-Jährige erfahren, dass das Boot bereits gegen 10 Uhr im Bodensee vor Staad SG feststeckte. Die Kantonspolizei St. Gallen rückte an jenem Samstag, 9. Mai, aus und fand einen schlafenden Mann über dem Steuer des Bootes vor. Ein Alkoholtest ergab den Wert von 2,06 Promille. Zudem hatte der damals 38-jährige Deutsche, der in Österreich wohnt, das Boot entwendet und war nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Die Seerettung musste das schwer beschädigte Boot bergen. Es entstanden Kosten von 115’000 Euro. Übernommen hat dies die Versicherung.

Das Boot hatte der damalige Besitzer vor rund drei Jahren für 109’000 Euro gekauft, wie das «St. Galler Tagblatt» am Montag berichtet. Seine Anlegestelle hatte es im Bregenzer Jachthafen. Von dort wurde es im Mai dann gestohlen. «Mein Schwager rief mich an und sagte, dass die Polizei mein Schiff in der Schweiz gefunden habe», wird der ehemalige Besitzer zitiert. Inzwischen hat er das Boot verkauft.

Fahrunfähigkeit auf einem Boot

Wer wegen Alkohol-, Betäubungsmittel- oder Medikamentenkonsum sowie aus anderen Gründen nicht über die erforderliche körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verfügt, gilt während dieser Zeit als fahrunfähig. Er darf weder ein Boot führen noch sich an dessen Führung beteiligen. Beim Alkohol darf in der Schweiz der Richtwert von 0,5 Promille nicht überschritten werden.

Beschuldigter taucht nicht auf

Kürzlich musste sich der inzwischen 39-jährige Beschuldigte vor Gericht verantworten. An der Verhandlung tauchte er jedoch nicht auf. Der Prozess fand trotzdem statt. Gegenüber der Polizei gab er im Mai an, er könne sich nur noch bruchstückhaft erinnern.

Die Aktion zog jedoch nicht nur ein Gerichtsprozess nach sich, sondern zusätzlich einen ordentlichen Sonnenbrand. Seinen Rausch hatte er nämlich an Deck ausgeschlafen, an der prallen Sonne. Wie er den Motor zum Laufen brachte, konnte er nicht mehr sagen. Einen Schlüssel hatte er nicht. Er könne sich aber noch daran erinnern, wie er mitten in der Nacht auf See aufgewacht sei und es dann kurzgeschlossen habe. Bei der Fahrt, habe er stets den nötigen Abstand zum Rheindamm im Blick gehabt, versicherte er.

Wegen unbefugten Gebrauchs eines Fahrzeugs wird der 39-Jährige laut der Zeitung zu einer Geldstrafe in Höhe von 960 Euro, die Hälfte davon auf Bewährung, verurteilt. Mildernd auf das Strafmass haben sich seine Unbescholtenheit, das Geständnis und der Alkohol ausgewirkt. Ob die Versicherung die 115’000 Euro von ihm zurückerhält, ist fraglich, der Mann ist nämlich aktuell arbeitslos.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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