Wirtschaftskrise: Arbeitsmarkt im Kanton St. Gallen stark betroffen

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WirtschaftskriseArbeitsmarkt im Kanton St. Gallen stark betroffen

Die exportorientierte Wirtschaft im Kanton St. Gallen spürt die Rezession stärker als der Rest der Schweiz. Innert Jahresfrist gingen 3100 Arbeitsplätze verloren.

Schuld daran, dass St. Gallen härter von der Krise betroffen sei als andere Kantone, sei der hohe Anteil an exportorientierten Unternehmen im Kanton, schreibt die Staatskanzlei in einer Mitteilung.

Der Export im Kanton St. Gallen sank im April, Mai und Juni gegenüber demselben Quartal 2008 um 26 Prozent. Es wurden Güter im Wert von 2,35 Milliarden Franken ausgeführt. Im selben Quartal des Vorjahres betrug der Export noch 3,17 Milliarden.

Die schrumpfenden Exporte wirkten sich laut dem Beschäftigtungsbarometer auf den St. Galler Arbeitsmarkt aus. Die Zahl der Vollzeitstellen sank innerhalb eines Jahres um 2600 oder 1,3 Prozent. Der Beschäftigungsrückgang falle deutlicher aus als in der Gesamtschweiz (-0,4 Prozent) oder in der Grossregion Ostschweiz (-0,8 Prozent).

Die Zahl der Stellen in Industrie und Gewerbe sank um 2300 Stellen. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal beträgt 2,9 Prozent. Im Dienstleistungssektor gingen 600 Stellen (-0,4 Prozent) verloren.

Mehr Kurzarbeit

Überdurchschnittlich zugenommen hat auch die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit angemeldet haben. 8900 Beschäftigte waren Ende Juni von Kurzarbeit betroffen. Im Kanton St. Gallen war damit jeder 27. Arbeitsplatz betroffen, gesamtschweizerisch jeder 68. Am stärksten betroffen ist das Rheintal, wo laut der kantonalen Statistik jeder siebte Arbeitsplatz von Kurzarbeit betroffen ist.

Schlechte Zukunftsaussichten

Laut der Mitteilung hält der Beschäftigungsabbau in Industrie und Gewerbe weiter an. Der Indikator der Beschäftigungsaussichten sei im Industrie- und Gewerbesektor weiter gesunken. Im Dienstleistungssektor zeichneten sich hingegen leicht bessere Zukunftsaussichten ab.

(sda)

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