Arbeitsmarkt spürt noch nichts von Aufschwung
Aktualisiert

Arbeitsmarkt spürt noch nichts von Aufschwung

Der Arbeitsmarkt spürt noch nichts von der derzeitigen Konjunkturerholung in der Schweiz.

Die Zahl der Arbeitslosen nahm im September laut seco nochmals leicht zu, während die Quote auf 3,7 Prozent verharrte. Gleichzeitig kamen am Freitag positive Signale aus dem Detailhandel und der Industrie.

Ende September waren bei den Arbeitsämtern 146.341 Arbeitslose registriert. Das waren 418 Arbeitslose mehr als im August, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 3,7 Prozent. Die Zahl der Stellensuchenden stieg auf 213.733, jene der offenen Stellen sank auf 7.696. Jean-Luc Nordmann, Direktor für Arbeit im seco, zeigte sich in einem Kommentar zu den neusten Zahlen besorgt, dass die bessere Konjunktur weiterhin nicht auf den Arbeitsmarkt durchschlägt. Das seco korrigierte seine Jahresprognosen nach oben. Es erwartet dieses Jahr neu eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent, statt wie bisher 3,8 Prozent. Für 2005 wurde die Prognose sogar von 2,8 bis 3,1 auf 3,2 bis 3,5 Prozent hinaufgesetzt.

Aus der Wirtschaft kamen gleichzeitig positive Signale. So verzeichnete der Detailhandel laut dem Bundesamt für Statistik im August dank einem zusätzlichen Verkaufstag ein Umsatzwachstum von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahres-August. Real, also um die Teuerung bereinigt, machte die Umsatzzunahme 3,1 Prozent aus. Verkaufstagsbereinigt sieht das Ergebnis bescheidener aus: Nominell resultierte eine minime Umsatzzunahme von 0,1 Prozent. Und teuerungsbereinigt gab es sogar ein Minus von 0,9 Prozent.

In der Industrie zogen die Auftragseingänge laut einer UBS-Umfrage im dritten Quartal in allen Industriezweigen an. Die bisher von der Auslandnachfrage getragene Erholung schwappe im vierten Quartal auf die Binnenwirtschaft über. Obwohl das dynamische Wachstum der Industrie andauern soll, bleiben laut UBS die Beschäftigungsaussichten in der Industrie verhalten. (dapd)

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