Weil er zum Putin-Krieg schweigt – Arbeitsverbot und Lizenz-Entzug – Ukraine-Verband sperrt Ex-Bayern-Star 
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Weil er zum Putin-Krieg schweigtArbeitsverbot und Lizenz-Entzug – Ukraine-Verband sperrt Ex-Bayern-Star 

Weil er zum Krieg in seiner Heimat schweigt, hat der ukrainische Fussballverband Rekordnationalspieler Anatolij Tymoschtschuk die Trainerlizenz entzogen und ihm ein Arbeitsverbot in der Ukraine auferlegt.

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Anatolij Tymoschtschuks Schweigen zum Ukraine-Krieg sorgt für grosses Unverständnis in seiner Heimat.

Anatolij Tymoschtschuks Schweigen zum Ukraine-Krieg sorgt für grosses Unverständnis in seiner Heimat.

IMAGO/SNA
Tymoschtschuk lehnt es trotz der aktuellen Ausnahme-Situation ab, seinen Job als Assistenztrainer bei Zenit St. Petersburg aufzugeben. 

Tymoschtschuk lehnt es trotz der aktuellen Ausnahme-Situation ab, seinen Job als Assistenztrainer bei Zenit St. Petersburg aufzugeben. 

imago/Russian Look
Zenit ist der Lieblingsclub von Wladimir Putin. Haupteigner des Clubs ist Gazprom, das über seine weltweiten Gasexporte Milliarden für die Kriegskasse des Kremls eintreibt.

Zenit ist der Lieblingsclub von Wladimir Putin. Haupteigner des Clubs ist Gazprom, das über seine weltweiten Gasexporte Milliarden für die Kriegskasse des Kremls eintreibt.

imago sportfotodienst

Darum gehts

Zahlreiche ukrainische Sportgrössen demonstrieren zurzeit grosse Solidarität und Verbundenheit mit ihrem Heimatland, das seit über zwei Wochen gegen Wladimir Putins brutalen Krieg ankämpft. Allen voran Kiews Bürgermeister Witali Klitschko, der wie sein Bruder Wladimir grosse Erfolge als Boxer feierte. Auch aus dem Fussball melden sich aktive Stars wie Manchester City-Verteidiger Oleksandr Zynchenko oder frühere Grössen wie Milan-Legende Andrej Schewtschenko zu Wort, um der Welt zu verdeutlichen, was in ihrer Heimat zurzeit abgeht.

Ein sehr berühmter ukrainischer Ex-Fussballer schweigt zu der Thematik allerdings, was nun herbe Konsequenzen für ihn zur Folge hat. Weil er trotz Aufforderung den russischen Krieg gegen die Ukraine nicht verurteilt hat, hat der Fussballverband in Kiew dem Rekordnationalspieler Anatolij Tymoschtschuk lebenslang jede fussballerische Tätigkeit in der Ukraine untersagt.

Verband beantragt den Entzug aller staatlichen Auszeichnungen 

Der ehemalige Captain der ukrainischen Nationalmannschaft habe weder eine öffentliche Erklärung zum Krieg abgegeben, noch seine Arbeit als Assistenztrainer für den russischen Club Zenit St. Petersburg beendet, hiess es in der am Freitag veröffentlichten Entscheidung des Verbandes.

Tymoschtschuk werde die Trainerlizenz entzogen, wie es hiess. Zudem werden dem 42-Jährigen alle in der Ukraine errungenen sportlichen Titel aberkannt, den Entzug aller seiner staatlichen Auszeichnungen habe der Verband ebenfalls bereits beantragt. Dazu werde er aus allen nationalen Registern entfernt.

Der schweigende Ukrainer galt in seiner Heimat bis anhin als lebende Legende und ist mit 144 Länderspielen aktueller Rekordnationalspieler. In seiner Aktivkarriere spielte er lange für den Donezker Club Schachtar, bevor er 2009 zu Bayern München wechselte, wo er 2013 zusammen mit Nati-Star Xherdan Shaqiri das Triple (Champions League, DFB-Pokal und Meisterschaft) gewann. Seit 2017 verdient er sein Geld als Assistenztrainer bei Zenit St. Petersburg.

Nothilfe für Menschen in der Ukraine


(flo/dpa)

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