Arbeitszeiterhöhung abgelehnt
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Arbeitszeiterhöhung abgelehnt

Die Gewerkschaft SMUV und der Angestelltenverband VSAM sind kategorisch gegen eine Erhöhung der Arbeitzeit in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM).

SMUV-Präsident Renzo Ambrosetti betonte am Montag die Bedeutung der Arbeitgeberforderung im Hinblick auf die 2005 anstehende Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags.

Ambrosetti bezeichnete die von Swissmem-Präsident Johann Schneider-Ammann lancierte Arbeitszeitdiskussion in Zürich als unsinnig. Begründet würden solche Massnahmen immer mit der Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, verbunden mit der Drohung einer Verlagerung der Arbeitsplätze nach Osteuropa. Laut Ambrosetti ist eine solche Erhöhung um ein bis zwei Stunden pro Woche - und erst noch ohne Lohnausgleich - weder notwendig noch begründet. Denn die Schweizer MEM-Industrie sei dank enormer Arbeitsproduktivität im europäischen und globalen Vergleich sehr konkurrenzfähig. Entsprechend habe sich die Auftragslage und die Auslastung im Vorjahresvergleich verbessert. Entscheidend seien nicht die Höhe der Löhne, sondern die Lohnstückkosten, und hier stehe die Schweizer MEM-Industrie sehr gut da, betonte der SMUV-Präsident.

Ambrosetti wies darauf hin, dass in der MEM-Industrie die 40-Stunden-Woche 1983 eingeführt wurde und die damalige Reduktion um zwei Stunden zur Hälfte von den Arbeitnehmenden bezahlt worden war. Es gehe nicht an, diese nun ohne Lohnsausgleich wieder mehr arbeiten zu lassen beziehungsweise zur 41- oder 42-Stunden-Woche zurückzukehren. Real werde in der Schweiz bereits heute zwischen 41 und 42 Stunden gearbeitet. Zugleich biete der geltende GAV mit der Jahresarbeitszeit ein hohe Flexibilität zur weiteren Produktivitätserhöhung an, ohne dass die Arbeitnehmenden davon profitiert hätten. Nun wollten die Arbeitgeber noch mehr Flexibilität und Leistung ohne Gegenleistung.

Ambrosetti verwies zugleich auf die im kommenden Jahr anstehende Gesamterneuerung des Gesamtarbeitsvertrags in der MEM-Industrie hin, wo wo sehr harte Verhandlungen anstünden. Einen GAV zum Nulltarif werde es nicht geben. Gleich tönt es beim Verband Schweizerischer Angestelltenvereine der Maschinen- und Elektroindustrie (VSAM). Statt höherer Arbeitszeit müsse die flexible Jahresarbeitszeit richtig ausgenützt werden. Auf grundsätzliche neue Forderungen, die wichtige Vertragsergebnisse der Vergangenheit in Frage stellen, will auch der VSAM nicht eingehen. (dapd)

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