Nachbarschaftshilfe: Arbon beschreitet neue Wege beim freiwilligen Engagement

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Nachbarschaftshilfe Arbon beschreitet neue Wege beim freiwilligen Engagement

Nachbarschaftshilfe bei Hausaufgaben oder täglichen Einkäufen: Mit einer neuen Plattform will die Stadt Arbon den Zusammenhalt unter den Einwohnerinnen und Einwohnern fördern. Die Idee: Aus kurzfristigen Hilfen sollen längerfristige Beziehungen oder sogar Freundschaften entstehen.

von
Philipp Bürkler
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Das Städtchen Arbon am Bodensee setzt künftig mit einer neuen Plattform auf nachbarschaftliche Hilfe und soziales Engagement.

Das Städtchen Arbon am Bodensee setzt künftig mit einer neuen Plattform auf nachbarschaftliche Hilfe und soziales Engagement.

Bild: Tages-Anzeiger
Bis Ende Jahr soll dazu eine Online-Plattform für Arbonerinnen und Arboner entstehen. 

Bis Ende Jahr soll dazu eine Online-Plattform für Arbonerinnen und Arboner entstehen. 

20min/Community

Ob beim Erledigen von Hausaufgaben, bei Arbeiten im Garten, bei Einkäufen oder Amtsgängen: Immer mehr Menschen wollen andere freiwillig bei solchen Tätigkeiten unterstützen. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Menschen, die solche Hilfen in Anspruch nehmen wollen. Das können ältere Menschen sein, die froh sind, wenn ihnen jemand die Einkäufe erledigt, oder auch Schülerinnen oder Migranten, die eine Nachhilfe in Deutsch oder anderen Fächern suchen. Damit Helfende und Hilfesuchende einfacher zueinanderfinden, plant die Stadt Arbon eine neue Online-Plattform für nachbarschaftliches Engagement.

Damit begibt sich Arbon als eine der ersten Ostschweizer Gemeinden auf das Feld der sogenannten «Caring Communities». Die Idee dieser weltweiten sozialen Entwicklung ist es, dass sich Menschen in ihren Gemeinden und Nachbarschaften gegenseitig unterstützen, freiwillig und ohne Entlohnung.

Bedürfnis nach Hilfe seit Pandemie deutlich gestiegen

«Wir sehen, dass es in unserer Gemeinde Leute gibt, die gerne anderen helfen wollen, aber nicht wissen, wie sie Menschen finden können, die Hilfe benötigen», sagt Reto Stacher, Leiter des Bereichs Gesellschaft der Stadt Arbon. Die Corona-Pandemie und der Ukrainekrieg hätten zusätzlich deutlich gezeigt, dass eine solche Vermittlungsplattform ein Bedürfnis ist, so Stacher.

Die Hilfsangebote können sehr unterschiedlich sein, wie Stacher betont. Beispielsweise könnte ein pensionierter Lehrer einem Schüler helfen, der in gewissen Schulfächern Mühe hat und dem auch seine Eltern nicht helfen können, weil sie beispielsweise nicht gut Deutsch sprechen. «Wenn es gelingt, diesem Schüler frühzeitig zu helfen, kann das auch positiv für die Integration sein», so Stacher. Ausserdem kann zwischen dem Schüler und dem pensionierten Lehrer eine freundschaftliche längerfristige Beziehung entstehen. «Sollte der Schüler beispielsweise einmal Probleme haben, kann er sich ebenfalls an die freiwillige Begleitperson wenden und mit dieser auch private Angelegenheiten besprechen.»

Die Plattform richtet sich nicht nur an Privatpersonen, sondern auch an Fachpersonen wie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Diese könnten beispielsweise für eine Klientin oder einen Klienten auf dem Sozialamt jemanden suchen, der sie bei der Arbeitssuche unterstützt. «Das ist eine gute Möglichkeit, um Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger zu unterstützen oder dass auch sie jemanden in alltäglichen Arbeiten unterstützen können», erklärt Stacher. Die Plattform soll gegen Ende Jahr online gehen.  

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