Aktualisiert 21.12.2007 13:52

Arbon: Sex mit 13-Jähriger - bedingte Geldstrafen für Freier

Obwohl noch nicht ganz 13 Jahre alt, gab ein Mädchen aus dem Thurgau Kontaktanzeigen auf, worauf sie mit diversen Männern Sex hatte. In Arbon wurden nun 11 Personen zu meist bedingten Geldstrafen verurteilt, darunter ist die Mutter des Opfers.

Der Prozess fand vom 23. November bis Mitte Dezember unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mehrere Personen mussten sich wegen sexueller Handlungen mit einem Kind verantworten. Die Fälle gehen auf die Jahre 2002 und 2003 zurück. Das geschädigte Mädchen war zu diesem Zeitpunkt teils noch nicht 13 Jahre alt. Mit Hilfe einer der Mutter nahestehenden Frau gab das Mädchen Kontaktanzeigen in Zeitungen und Fernsehtextseiten auf. In der Folge meldeten sich mehrere Männer aus weiten Teilen der Schweiz, die anschliessend in Kontakt mit dem Mädchen traten. So kam es mit verschiedenen Männern zu sexuellen Handlungen, die entweder in einer Wohnung in Arbon, in Autos oder auch im Freien vollzogen wurden. Das Mädchen wohnte zeitweilig bei der der Mutter nahestehenden Frau, die in ihrer Wohnung in Arbon gewerbsmässig der Prostitution nachging.

Von den neun Angeklagten verurteilte das Bezirksgericht acht wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind zu Geldstrafen und Bussen sowie zur Zahlung von Genugtuungen, ein Angeklagter wurde freigesprochen. Die bedingt ausgesprochenen Geldstrafen liegen zwischen 1800 und 40 800 Franken. Ein Angeklagter wurde zu einer unbedingten Geldstrafe von 26 400 Franken verurteilt, da er bereits in früheren Jahren straffällig geworden war. Ausserdem haben die acht verurteilten Männer dem Opfer Genugtuungen zwischen 1000 und 3750 Franken zu zahlen. Im Kanton St. Gallen wurden weitere Angeklagte in der gleichen Sache mit dem gleichen Opfer zu Bussen von 250 bis 300 Franken verurteilt, wie das Gericht weiter mitteilte. Verfahren in anderen Kantonen sind noch hängig.

Die Mutter des Opfers wurde wegen mehrfacher vorsätzlicher Verletzung von Fürsorge- und Erziehungspflichten zu einer bedingten Geldstrafe von 12 000 Franken, zu einer Busse von 500 Franken sowie zu einer Genugtuung von 5000 Franken verurteilt. Die der Mutter nahestehende Frau wurde der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind, der mehrfachen vorsätzlichen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflichten, der mehrfachen Pornografie sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung für schuldig befunden. Dafür verurteilte sie das Gericht zu einer bedingten Geldstrafe von 12 000 Franken, zu einer Busse von 500 Franken sowie zu einer Genugtuung von 2500 Franken. Ihr Ehemann schliesslich wurde wegen mehrfacher Pornografie zu einer bedingten Geldstrafe von 4200 Franken, zu einer Busse von 600 Franken sowie zu einer Genugtuung von 500 Franken verurteilt. (dapd)

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