28.06.2020 18:17

Münchenstein BL

Architekt will See von 53’000 Quadratmetern aus dem Boden stampfen

In der Schweiz gibt es rund 1500 Seen. Als sie verteilt wurden, hat die Nordwestschweiz wohl geschlafen. Ein Architekt will nun zumindest etwas Abhilfe schaffen.

von
Manuela Humbel
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Der See soll in Münchenstein BL bei der Birs entstehen.

Der See soll in Münchenstein BL bei der Birs entstehen.

Architektur Rolf Stalder
Er soll eine Fläche von 53’000 Quadratmetern haben.

Er soll eine Fläche von 53’000 Quadratmetern haben.

Architektur Rolf Stalder
Zudem soll das derzeit noch trockene Grundstück mit Nutzbauten versehen werden.

Zudem soll das derzeit noch trockene Grundstück mit Nutzbauten versehen werden.

Architektur Rolf Stalder

Darum gehts

  • In der sonst gut mit Seen ausgestatteten Schweiz ist die Nordwestschweiz auf der Strecke geblieben.
  • Neben dem Rhein und den Badis soll vielleicht auch bald ein See den Bewohnern der Region Basel zur Abkühlung verhelfen.
  • Architekt Rolf Stalder plant in Münchenstein BL einen See mit einer Fläche von 53’000 Quadratmetern.

Wie die «Schweiz am Wochenende» schreibt, plant der Münchensteiner Architekt Rolf Stalder den Bau eines Sees in der Gemeinde. Entlang der Birs im Gebiet Hofmatt sollen auf 53’000 Quadratmetern Fläche sogar gleich drei verschiedene Abschnitte entstehen: eine Ausflugszone mit Badestränden, Grillplätzen und einer Buvette, eine Ferienzone mit neuen Pfahlbauhäusern sowie eine Naturschutzzone. Kommt das Projekt zustande, wird dies wohl der erste See solcher Grösse in der Region sein. Zwar gibt es im Park im Grünen ein Standgewässer von immerhin 22’000 Quadratmetern. Dieses ist aber vorwiegend als Lebensraum für Tiere und nicht für die Abkühlung des Menschen gedacht.

Stalder ist nicht der Erste, der solch einen Badeort in der Region Basel vorschlägt. Bereits vor dreizehn Jahren plante die damalige Baselbieter Baudirektorin Elsbeth Schneider einen See. Nach dem Ende ihrer Regierungszeit 2010 wurde ihr Projekt jedoch vom Amt für Raumplanung zur Seite gelegt.

«Mit dem Trämli an den See»

«Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um dem Thema neuen Schwung zu verleihen», sagt Stalder gegenüber der «Schweiz am Wochenende». Aufgrund der Corona-Krise und der Klimaproblematik werde momentan rege über unser Reise- und Freizeitverhalten diskutiert. «Eine Feriendestination vor der eigenen Haustüre zu schaffen, finde ich eine wahnsinnig spannende Idee. Ganz nach dem Motto: Mit dem Trämli an den See», so Stalder. Das Wasser für den Münchensteiner See solle direkt aus der Birs abgeleitet und ihr danach wieder zugeführt werden.

Auch Schneider zeigt sich gegenüber den neuen Plänen für den See begeistert. Denn noch heute trauere sie ihrem gescheiterten Projekt nach, schreibt die Zeitung. «Ich hatte damals schon einen Financier, einen bekannten Banker, der mittlerweile leider verstorben ist.» So weit wie Schneider im Jahr 2007 war, ist Stalder noch nicht. «Ich habe noch nicht auf die Kosten oder Interessen der Grundeigentümer geschaut. Eine Vision soll nicht zu früh gebremst werden», sagt er gegenüber der Zeitung.

Besitzer und Pächter wissen noch nichts von den Plänen

Bis jetzt hat der Architekt erst den dortigen Fischerverein sowie den abtretenden Münchensteiner Gemeindepräsidenten Giorgio Lüthi eingeweiht. Auch Lüthi zeigt Sympathien für die Idee: «Der Standort würde sich sicher eignen: Es ist der nasseste Ort von Münchenstein.»

Momentan ist Stephan Hofer Pächter des einstigen Schwemmlands und betreibt dort Landwirtschaft. Ein Drittel des Landes gehört der Gemeinde Münchenstein, die zwei weiteren Drittel der Riehener Erbgemeinschaft Geigy. Beide wurden noch nicht durch Stalder über seine Plänen informiert. Auch wenn Lüthi sagt, Stalder hätte zuerst Pächter und Eigentümer zu seinen Plänen befragen sollen, sieht er dem Projekt zuversichtlich und gespannt entgegen: «Irgendwann packe ich vielleicht meine Badehosen ein und gehe im Münchensteiner See baden.»

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73 Kommentare
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Landi

29.06.2020, 09:23

Wirklich tolle Idee, würde die Region ganz sicher aufwerten!

Hanna

29.06.2020, 09:17

Wie steht es eigentlich um das See-Projekt in Seewen (ist ja auch Nordwestschweiz)? Die wollten doch auch den trockengelegten See wieder aktivieren.

cili61

29.06.2020, 08:42

Na ja, wenn man sich die Karte anschaut sieht man, dass alle Seen in einer Zone nördlich und südlich der Alpen entstanden sind. Seen gibt es in der Schweiz und Italien, Frankreich hat keinen einzigen und Deutschland auch nicht, ausser den Baggerseen und kleineren Tümpeln abgesehen. Der künstliche See ist eine Schnapsidee. Renaturiert lieber die Flussläufe.