Aktualisiert 20.05.2007 14:27

Architektur extrem in Dubai

An allen Ecken und Enden Dubais wird gebaut. Wohin man auch schaut: Überall schiessen gigantische Skyscraper in schwindelerregende Höhen empor. Auch das neuste Projekt ist nichts für Menschen mit Höhenangst.

Dem simpel denkenden Menschen stellt sich allerdings die bescheidene Frage, wer um alles in der Welt in diese abertausend luxuriösen Wohnhäuser einziehen soll? Momentan dienen diese Betonburgen vor allem für Börsenspekulationen.

Nicht nur besonders skeptische Wirtschaftsanalysten prognostizieren für dieses Unterfangen der Baubranche einen enormen Supergau. Seit es dem einstigen Wüstenstaat wirtschaftlich und prestigemässig so gut geht, ist noch nicht viel Zeit vergangen. Es scheint, als müsse Dubai nun all das, was es in seinem hundertjährigen Dornröschenschlaf verpasst hat, in Rekordzeit aufholen - und noch um Längen übertrumpfen.

Luxuriöse Superprojekte

So schufen die Scheichs binnen fünf Jahren eine komplett neue Inselgruppe vor Dubai. Das unter dem Namen «The Palm» weltbekannte Grossbauprojekt beinhaltet über 30 Luxushotels und 4000 Villen, die dazugehörigen äusserst grosszügigen Anwesen verstehen sich von selbst. Das in Form einer riesigen Palme angelegte Gebiet verfügt über 75 kilometerlange Badestrände und allen nur erdenklichen Luxus und Komfort.

Es scheint, als seien die Scheichs angetrieben von dem stetigen Motor des Bauens, des Erschaffens und des Umgestaltens: Immer höher, immer grösser, immer schneller, immer weiter. Was zählt, sind Rekorde. Das höchste Bauwerk der Welt soll 2009 fertig gestellt werden. Natürlich in Dubai. Der Skyscraper Burj Dubai wird 800 Meter in die Höhe reichen und steht auf einem 110.000 Tonnen schweren Fundament, für das allein 45.000 Kubikmeter Beton verwendet wurden.

Rotierender Designer-Traum

Und diese Woche wurden die Pläne für einen rotierenden Wolkenkratzer bekannt - wobei jedes Stockwerk unabhängig von den anderen drehbar ist. Eine Umdrehung soll 90 Minuten dauern so dass das Gebäude ständig seine Form ändert. Windturbinen zwischen den Etagen sollen die Energieversorgung sicherstellen, wie aus dem Projektbeschrieb des italienisch-israelischen Architekten David Fisher hervorgeht. Solarpanels sollen die Energie für die Rotation liefern. Ob dieses Projekt realisierbar ist, steht noch in den Sternen.

Eines steht fest: Die Emirate wollen Aufmerksamkeit und zwar weltweit. Sie wollen eine neue Welt erschaffen für die Mächtigen des Jetsets. Sie wollen ihr Land global, weltoffen und innovativ erscheinen lassen. Mit einem schwindelerregenden Aufwand verfolgen sie unbeirrbar ihr Ziel und krempeln die einstige Wüste um in fruchtbares Land, auf dem nun Shoppingmalls, Skipisten, Wohnungen, Villen, Hotels, Bürowolkenkratzer, Formel-1-Strecken, Freizeitparks und Golfplätze entstehen. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese neue Welt beständig den dunklen Prognosen der Wirtschaftsweisen trotzen wird.

(pb/ast)

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