Hardturm-Stadion: Architektur-Wettbewerb zieht den Kürzeren

Aktualisiert

Hardturm-StadionArchitektur-Wettbewerb zieht den Kürzeren

Die Stadt Zürich stoppt den Wettbewerb für das Stadion Zürich – und begründet dies mit der Budgetrückweisung. Die Bürgerlichen reagieren darauf ungehalten.

von
Regina Ryser

«Einen fahrenden Schnellzug auf null zu bremsen, kostet viel Energie – der Parlamentsentscheid lässt uns aber keine andere Wahl», sagt Martin Koller, Departementssekretär des Finanzdepartements und Leiter der Task Force Stadion. Das Stadtzürcher Parlament hat letzten Mittwoch das Budget zurückgewiesen – dies hat nun Folgen für das geplante Stadion Zürich: Der Architekturwettbewerb, der am 17. Dezember starten sollte, wurde abgesagt. «Wir können keine Jury einladen und Architekturbüros arbeiten lassen, wenn die finanziellen Mittel für die Durchführung nicht gesichert sind», erklärt Urs Spinner, Sprecher des Hochbaudepartements. Wie lange sich das Stadionprojekt verzögert, kann er nicht sagen: «Das hängt von Stadt- und Gemeinderat ab.» Den Wettbewerb wieder aufzugleisen, dauere aber rund vier Monate.

Weshalb das Stadion bereits ausgebremst wird, bevor der Stadtrat Ende Januar entschieden hat, wo er sparen will, kann SVP-Fraktionspräsident Mauro Tuena nicht verstehen: «Nun drehen sie total durch; jetzt die Notbremse zu ziehen, ist doch nicht nötig.» Er wirft dem Stadtrat vor, nur Projekte zu streichen, die der Bevölkerung am Herzen liegen – um so die Bürgerlichen als Sündenböcke hinzustellen. «Den Hafenkran dagegen tasten sie nicht an», sagt er. Ebenfalls nicht begeistert über den Stopp des Stadions ist Urs Egger, FDP-Gemeinderat und Präsident des Stadtzürcher Fussballverbands – doch er bleibt optimistisch: «Der Zeitplan kann eingehalten werden, es muss dann halt schneller gebaut werden.»

Stellungnahme FCZ

Der FC Zürich bedauert den Entscheid, den Architektur-Wettbewerb vorläufig einzustellen, wie er am Montagabend mitteilte. Es sei klar, dass eine allfällige Verzögerung des Stadionbaus den beiden Zürcher Super-League-Vereinen «zusätzliche wirtschaftliche Probleme» verursachen würde. Der Verein will laut Mitteilung einstweilen keine weiteren Kommentare zum Stadionprojekt abgeben. (rub)

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