Aktualisiert 27.03.2013 19:48

Online-Provokation

Argentinien «erobert» die Falklands

Der Streit zwischen Argentinien und Grossbritannien um die Falklandinseln eskaliert virtuell. In der neuen Version eines populären Baller-Games töten Argentinier britische «Terroristen».

von
pbl
Ausschnitt aus dem Game mit der unmissverständlichen Parole «Las Malvinas son Argentinas» – die Malvinas gehören Argentinien.

Ausschnitt aus dem Game mit der unmissverständlichen Parole «Las Malvinas son Argentinas» – die Malvinas gehören Argentinien.

Die Niederlage im Falklandkrieg 1982 ist für Argentinien eine nationale Schmach. Damals eroberten die Südamerikaner die von ihnen Malvinas genannte Inselgruppe im Südatlantik von den Briten, doch diese entsandten eine Streitmacht, welche die Invasoren besiegte. In letzter Zeit ist der der Streit wieder aufgeflammt, nicht zuletzt wegen vermuteter Ölvorkommen in den Gewässern um die Inseln. Nun hat die argentinische Software-Firma Dattatec Öl ins Feuer gegossen: Sie produzierte eine neue «Karte» für das Shooter-Game «Counter Strike».

In dem populären Computerspiel kämpfen Spezialeinheiten gegen Terroristen. Die neue Version spielt auf den Falklands oder eben Malvinas, denn die «Guten» sind eindeutig die Argentinier und die «Terroristen» die Briten. Das Game beginnt auf dem argentinischen Soldatenfriedhof, der nach dem Krieg angelegt wurde, der Hauptort Port Stanley trägt seinen argentinischen Namen Puerto Argentino, britische Flaggen sind keine zu sehen, dafür ein Plakat mit dem Slogan «Las Malvinas son Argentinas» – die Malvinas gehören Argentinien.

Flasche vergraben

Das Setting wurde laut BBC innerhalb von wenigen Stunden rund 9000 Mal heruntergeladen. Die Macher betonten, man suche keinen Streit, sondern wolle die argentinischen Soldaten ehren, die im Krieg 1982 gefallen sind. Dattatec-CEO Guillermo Tornatore reiste letztes Jahr zusammen mit Veteranen auf die Inseln. Auf dem Soldatenfriedhof vergrub er eine Flasche mit einem USB-Stick, auf dem Botschaften für die Gefallenen gespeichert sind, um «jene zu ehren, die einen harten und ungleichen Krieg geführt haben», sagte Tornatore.

Zur Entspannung zwischen den beiden Ländern wird das Game kaum beitragen. Anfang März hatten sich die Bewohner der Falklands in einer Abstimmung mit überwältigendem Mehr für den Verbleib bei der britischen Krone ausgesprochen: Nur drei der 1517 Teilnehmer sagten nein. Die argentinische Präsidentin Cristina Kirchner bat darauf den neuen Papst Franziskus, der zuvor Erzbischof von Buenos Aires war, sich in den Konflikt einzuschalten.

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