Aktualisiert 29.04.2008 14:26

Arme sollen Monatslohn spenden

Mit einem ganzen Monatslohn sollen die Menschen in Tadschikistan - dem ärmsten Land in Zentralasien - den Bau eines seit langem geplanten Staudamms zur Stromgewinnung unterstützen.

Der Bürgermeister der Hauptstadt Duschanbe erklärte am Dienstag, wenn alle Einwohner im Mai und Juni jeweils die Hälfte ihres Einkommens zur Verfügung stellten, könnten umgerechnet mehr als 6,4 Millionen Euro zusammenkommen.

Der seit den 1970er Jahren geplante Rogun-Damm wird nach Angaben von Präsident Emomali Rachmon rund 352 Millionen Euro kosten. Auch Rachmon hatte die Bevölkerung in der vergangenen Woche zu Spenden für das Projekt aufgerufen und erklärt, die Regierung habe für die Baumassnahmen 25,6 Millionen Euro vorgesehen. Im kommenden Jahr solle diese Summe verdoppelt werden.

Obwohl die Spenden als freiwillig bezeichnet wurden, sind Befürchtungen laut geworden, Arbeiter könnten zur Abgabe eines Teils ihres Lohnes gezwungen werden. Ein ungewöhnlich harter Winter hatte in Tadschikistan zu zahlreichen Stromausfällen geführt und Hunderte Menschen das Leben gekostet. Die Wirtschaft des zentralasiatischen Staates ging im Bürgerkrieg in den 1990er Jahren zugrunde, das monatliche Durchschnittseinkommen liegt bei umgerechnet 32 Euro. (dapd)

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