Armee-Areal für Tourismus in Andermatt

Aktualisiert

Armee-Areal für Tourismus in Andermatt

Die Armee verkauft ihre ausgeschriebenen Parzellen in Andermatt (UR) für 10 Mio. Franken an die Korporation Ursern.

Damit rückt das geplante Tourismusprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris ein Stück näher. Pro Natura geht leer aus.

Die Korporation Ursern habe mit 10 Mio. Franken das höchste Gebot eingereicht, teilte das eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Donnerstag mit. Sie erwirbt das Land im Auftrag des ägyptischen Unternehmers Samih Sawiris und wird ihm die Grundstücke der Armee zum gleichen Preis weiterverkaufen.

Sawiris plant auf dem Gelände eine grosse Ferienanlage, die unter anderem über 800 Betten, einen 18-Loch-Golfplatz sowie ein Hallenbad samt Wellness-Angebot verfügen soll. Die Urner Regierung und das Kantonsparlament unterstützen das Projekt. Laut dem VBS werden nun die detaillierten Verkaufsverhandlungen aufgenommen.

Die Grundstücke waren anfans Juli zum Verkauf ausgeschrieben worden. Der Käufer muss bestehende Verträge und allfällige zusätzliche Investitionen wie Massnahmen für den Hochwasserschutz übernehmen. Der Waffenplatz Andermatt bleibt bestehen.

Landschaftsschutz wichtig

Das Angbot von Pro Natura ist laut VBS ausser Betracht gefallen, weil sich die Naturschutzorganisation nur für ein Teilgebiet interessierte. Das VBS wollte die drei Parzellen mit einer gesamten Fläche von rund 735 000 Quadratmetern aber nur als Ganzes verkaufen.

Pro Natura hatte sich für die grösste der drei Parzellen interessiert und für die rund 576 000 Quadratmeter 720 000 Franken geboten. Das Gebiet sollte nach den Vorstellungen von Pro Natura zum Naturschutzgebiet aufgewertet werde; das Hotelprojekt wolle man nicht gefährden.

Allerdings wäre der geplante Golfplatz wohl nur schwerlich zu realisieren gewesen. Darauf verzichten könne Sawiris aber nicht, sagte dessen Berater Franz Egle in einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung» vom Donnerstag. Der Golfplatz gehöre als ein wichtiges Element zwingend zum Projekt.

Doch laut Egle seien Umwelt- und Landschafsschutz auch für Samih Sawiris wichtige Anliegen. Er stellte deshalb Gespräche mit Pro Natura und anderen Organisationen in Aussicht; ein Treffen sei anfangs September geplant. Auch mit den betroffenen Landwirten wolle Sawiris sprechen.

Gegenwärtig wird laut Egle für das Projekt ein Masterplan erstellt, als Grundlage für die weitere Planung. Mitte September soll zusammen mit den Behörden auch die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand informiert werden. (sda)

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