Armee baut 2500 Stellen ab
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Armee baut 2500 Stellen ab

Bis zu 300 Bundesangestellte müssen entlassen werden. Die Zahl der Zeughäuser und Armeemotorfahrzeugparks wird drastisch verkleinert.

Die Schweizer Armee wird wegen des verschärften Spardrucks bis 2010 weitere 2.500 Stellen abbauen. Bundesrat Samuel Schmid und Armeechef Christophe Keckeis haben am Donnerstag die Kantone informiert.

Heute gibt es rund 600 Logistikgebäude der Armee, bestehend aus 30 Stammbetrieben mit durchschnittlich 20 Lagerhäusern und zusätzlich 15 Filialen. Sie sollen bis 2010 auf drei bis fünf Logistik-Center und zwei bis drei Fahrzeug-Center reduziert werden. Die Standorte sind noch nicht definiert.

Material entsorgen

Das Verteidigungsdepartement (VBS) sieht eine Kürzung des Budgets der Armeelogistik um 30 bis 40 Prozent vor. So sollen jährliche Einsparungen von rund 200 Millionen Franken erzielt werden. In den nächsten beiden Jahren dürften rund 600 Stellen gestrichen werden.

Grund für die Reorganisation sind die knappen Finanzen und die Verkleinerung der Armee. Es muss überzähliges Material mit einem Etatpreis von 2 bis 3 Milliarden entsorgt werden. Deshalb werden ganze Zeughäuser geleert. Für die bis zu 300 Entlassungen ist der Sozialplan der Bundesverwaltung vorgesehen.

Weiterer Abbau folgt

Die Abbaumassnahmen seien zwingend notwendig, sagte Bundesrat Schmid. Die Armee sei mit Zustimmung des Volkes um ein Drittel auf 140 000 Aktive reduziert worden. Das habe schmerzliche Auswirkungen auf den Bestand des Zeughauspersonals, das treu gute Arbeit geleistet habe.

Das VBS sehe aber noch nicht das Ende des Tunnels, sagte Schmid. Im nächsten Jahr müssten die Ausbildungs- und Einsatzstrukturen überpüft werden. Jeder Personalabbau werde aber so sozialverträglich wie möglich gestaltet. Entlassungen würden auf das absolut Notwendige beschränkt.

Regionale Rücksichten

Da die verkleinerte Armee immer weniger Geld erhalte, müsse sie bei den Betriebs- und damit den Personalkosten sparen, sagte Korpskommandant Keckeis. Es gehe darum, innerhalb von zwei Jahren 1100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgreich neu zu positionieren.

Er werde sich persönlich dafür einsetzen, dass jede und jeder «fair, professionell und würdig» behandelt werde, sagte der Armeechef. Die Restrukturierung der Logistik werde er in in einem konstruktiven Dialog mit den Kantonen durchführen. Dabei sei den regionalen Interessen soweit möglich Rechnung zu tragen.

Kantone nicht erbaut

Namens der kantonalen Militär- und Zivilschutzdirektoren sagte der Walliser Staatsrat Jean-René Fournier, die Kantone seien mit einer wahren Revolution der Logistik der Armee konfrontiert. Wie bei der Neuordnung des Poststellennetzes werde es Konflikte zwischen Gewinnern und Verlierern geben.

Für die Gewerkschaft transfair muss der Stellenabbau im Logistikbereich der Armee ohne Entlassungen möglich sein. In einer Stellungnahme fordert transfair, dass das Geld, das das VBS ab jetzt zusätzlich sparen muss, für einen sozialverträglichen Abbau zurückgestellt wird. Das VBS sei von der Sparrunde 04 auszunehmen.

(dapd)

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