Magglingen BE - Armee baut geheimen Bunker im Wohnquartier – Anwohner verärgert
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Magglingen BEArmee baut geheimen Bunker im Wohnquartier – Anwohner verärgert

Die Armee baut eine unterirdische Anlage in Magglingen – zwischen Häusern und Sportanlagen. Das sorgt im Quartier für Widerstand.

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Die Baustelle befindet sich zwischen Häusern und dem nationalen Sportzentrum «End der Welt».

Die Baustelle befindet sich zwischen Häusern und dem nationalen Sportzentrum «End der Welt».

Lematin.ch/Vincent Donzé
Hier entsteht eine unterirdische Militäranlage.

Hier entsteht eine unterirdische Militäranlage.

Lematin.ch/Vincent Donzé
Bei den Anwohnern stösst das Projekt auf wenig Begeisterung…

Bei den Anwohnern stösst das Projekt auf wenig Begeisterung…

Lematin.ch/Vincent Donzé

Darum gehts

  • In Magglingen entsteht ein geheimer Armee-Bunker.

  • Die Anwohner, die kurzfristig über das Projekt informiert worden sind, erachten den Standort als ungeeignet.

  • Armasuisse betont indes, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestehe.

Am 10. Mai beginnen in Magglingen die Bauarbeiten für eine unterirdische militärische Anlage. Sie ist als vertraulich eingestuft und entsteht direkt neben Häusern und dem nationalen Sportzentrum «End der Welt» mit Halle und Aussenplätzen, wie die «NZZ am Sonntag» (Bezahl-Artikel) berichtet. Das Projekt stösst bei Anwohnern auf Widerstand – zumal sie vom Bundesamt für Rüstung Armasuisse erst am Tag, als die Baumaschinen auffuhren und die Container aufgestellt wurden, mit einem Flugblatt über das Vorhaben informiert wurden.

«Eine geheime militärische Anlage könnte Ziel von Angriffen sein und ein Sicherheitsrisiko darstellen», sagt Roland Seiler, der unweit der Baustelle wohnt. Er versteht nicht, warum ausgerechnet ein Wohnquartier und ein nationales Leistungszentrum als Standort gewählt wurden und fordert daher einen Baustopp.

Auch Anwohnerin Andrea Zryd, SP-Grossrätin und Trainerin am Leistungssportzentrum, erachtet den Standort als «ungeeignet». Ungewiss sei zudem, ob der Bunker das Quartier dereinst mit Strahlen und Abwärme belasten werde, so Zryd: «Weil das Projekt als vertraulich klassifiziert ist, erhalten wir aber keine detaillierten Angaben.» Einsprachen sind indes keine möglich, da der Bund für eine vertrauliche militärische Anlage keine Plangenehmigung braucht.

«Keine Gefahr für Anwohner»

Laut Armasuisse-Sprecherin Jacqueline Stampfli wurden Alternativen geprüft, doch hätten sie die Anforderungen nicht erfüllt; die benötigten Leitungen seien auf dem gewählten Gelände vorhanden. Stampfli betont: «Weder der Bunker noch dessen Infrastruktur sind eine Gefahr für die Anwohner.» Er diene dazu, die Kommunikationsfähigkeit der zivilen Behörden und der Armee auch in Notlagen zu gewährleisten. Die Sprecherin räumt ein, dass die Bevölkerung «aus heutiger Sicht zu spät» über das Projekt informiert worden sei; nun aber gebe es regelmässig Orientierungen.

Wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf Insider weiter schreibt, ist die 3.3 Millionen teure Anlage Teil des militärischen Informations- und Kommunikationsprojekts Fitania. Es enthalte drei Rechenzentren, ein Führungsnetz mit Glasfaserkabeln und eine Telekommunikationsplattform für die Armee.

Korrigendum: In der Ursprungsversion des Artikels wurde SP-Grossrätin Andrea Zryd fälschlicherweise die Aussage zugeschrieben, die Eidgenössische Hochschule für Sport habe für das Projekt der unterirdischen Militäranlage in Magglingen offensichtlich Hand geboten. Es ist jedoch das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL), welches das Land freigibt. Verwundert sei sie hingegen darüber, dass sich das Bundesamt für Sport (Baspo) nicht gegen den Bunker gewehrt habe, entstehe dieser doch inmitten der Sportanlagen des Leistungszentrums, so Zryd. Wir entschuldigen uns für den Fehler.

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(sul)

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