Trotz Null-Toleranz-Politik: Armee befördert Rechtsextremisten
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Trotz Null-Toleranz-PolitikArmee befördert Rechtsextremisten

Bei der Schweizer Armee herrscht eine Null-Toleranz-Politik, wenn es um Extremismus geht. Jetzt zeigt ein Fall, dass diese Strategie nicht immer umgesetzt wird.

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Ein Mitglied der rechtsradikalen Kameradschaft Heimattreu wurde in der Schweizer Armee zum Unteroffizier befördert.

Ein Mitglied der rechtsradikalen Kameradschaft Heimattreu wurde in der Schweizer Armee zum Unteroffizier befördert.

Keystone/Christian Beutler
Bei der Schweizer Armee herrscht eine Null-Toleranz-Politik, wenn es um Extremismus geht.

Bei der Schweizer Armee herrscht eine Null-Toleranz-Politik, wenn es um Extremismus geht.

Keystone/Christian Beutler
Der Mann ist Milizunteroffizier bei der Schweizer Luftwaffe.

Der Mann ist Milizunteroffizier bei der Schweizer Luftwaffe.

Keystone/Lukas Lehmann

Obwohl bei der Schweizer Armee eine Null-Toleranz-Politik in Sachen Extremismus verfolgt wird, ist ein Sympathisant des Neonazi-Netzwerks Blood and Honour zum Unteroffizier befördert worden, wie der «Sonntagsblick» schreibt.

Auf Facebook zeigt sich André S. in einem Pullover der Kameradschaft Heimattreu, eine in der Innerschweiz aktive Gruppe, die dem internationalen Neonazi-Netzwerk Blood and Honour nahe steht. Der Pullover ist mit einem Aufnäher mit der Nummer 28 versehen. Die Zahl steht für die Buchstaben B und H – Blood and Honour.

Armee schweigt zum Fall

Ein weiteres Bild zeigt André S. in seiner Armeeuniform, die ihn als Unteroffizier auszeichnet. Auch als Beruf gibt er auf Facebook an: «Technical Sergeant Air Transportation/Loadmaster Swiss Air Force». Trotz Null-Toleranz-Politik ist André S. Milizunteroffizier bei der Schweizer Luftwaffe.

Die Armee kommentiert den Fall aus Datenschutzgründen nicht. Gegenüber dem «Sonntagsblick» sagt Armeesprecher Stefan Hofer: «Im Kader der Armee wird grundsätzlich keine extremistische Geisteshaltung geduldet.»

Die Kameradschaft Heimattreu taucht 2014 zum ersten Mal in der öffentlichen Wahrnehmung auf, als ein 19-jähriges Mitglied der Gruppierung einen 32-jährigen Schweizer verprügelte und dabei lebensgefährlich verletzte. Der Mann erhielt eine 30-monatige Gefängnisstrafe, wovon 24 Monate bedingt auf fünf Jahre ausgesprochen wurden.

(20 Minuten)

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