Aktualisiert 20.08.2013 16:06

«Mit Käse verschiessen»Armee-Lobbyist verklagt WOZ-Journalist

Hermann Suter hat Anzeige gegen einen Journalisten der linken «Wochenzeitung» eingereicht. Dieser hatte ein Gespräch mit ihm aufgezeichnet und behauptet, er wolle Bundesräte erschiessen.

von
nj
Hermann Suter, Chef der Armeelobby Giardino, will gegen die WOZ vorgehen.

Hermann Suter, Chef der Armeelobby Giardino, will gegen die WOZ vorgehen.

Ob er tatsächlich alle Bundesräte ausser Ueli Maurer umbringen oder sie bloss «mit heissem Käse verschiessen» will, ist noch nicht abschliessend geklärt. Hermann Suter, Chef der Armeelobby Giardino, bleibt bei der zweiten Version und hat Strafanzeige gegen einen Journalisten der Wochenzeitung (WOZ) eingereicht. Dieser hatte ein Gespräch mit Suter aufgenommen und publiziert. Darin soll der Lobbyist sechs Bundesräten den Tod durch Erschiessen gewünscht haben.

Suter konterte: Er habe keineswegs von Erschiessen gesprochen, sondern lediglich die Innerschweizer Redewendung «mit heissem Käse verschiessen» benutzt – was so viel heisse, wie «ins Pfefferland wünschen». Die Tonaufnahme der WOZ lassen vermuten, dass Suter Recht haben dürfte.

«Beschimpft, verleumdet, Ehre verletzt»

Dafür, dass nicht nur die WOZ, sondern in der Folge auch andere Medien schweizweit über die «Todesdrohung» berichteten, will Suter jetzt Genugtuung. Er hat den WOZ-Journalisten unter anderem wegen Ehrverletzung, Verleumdung, Beschimpfung sowie unbefugten Aufnehmens von Gesprächen angezeigt, wie die Gruppe Giardino gestern mitteilte.

«Ich lasse mich nicht vom privaten Stammtisch auf den medialen Scheiterhaufen zerren», sagt der Kläger. Der Journalist habe in böswilliger Absicht die Äusserungen ohne Hermanns Zustimmung auf Band aufgenommen, sinnentstellend gekürzt und ohne Einwilligung publiziert. «Ich fühle mich in meiner Ehre verletzt. Das lasse ich mir nicht bieten. Dagegen wehre ich mich mit allen rechtlichen Mitteln.»

«Kein Kommentar»

Zur Frage, ob die Gruppe Giardino nun aus dem «Verein für eine sichere Schweiz» austreten oder er das Amt als Giardino-Präsident abgeben müsse, wollte Suter nichts sagen. «Das sind vereinsinterne Angelegenheiten und die sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.»

Der Redaktion der WOZ lag am Dienstagmittag noch keine Strafanzeige vor. «Sofern sie tatsächlich bei uns eintrifft, werden wir gern eine Stellungnahme abgeben», hiess es auf Anfrage.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.